Letztes Update am Mo, 23.09.2019 11:53

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Antrag gestellt

Vierfacher Kindermörder Dutroux hofft auf vorzeitige Haftentlassung

In den 90er-Jahren entführt der Belgier Marc Dutroux sechs Mädchen und foltert sie in seinem Kellerverlies. Vier der Opfer sterben. Nun startet der verurteilte Kindermörder einen neuen Anlauf, um vorzeitig aus dem Gefängnis zu kommen.

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Brüssel – Der belgische Kindermörder Marc Dutroux unternimmt nach 23 Jahren im Gefängnis einen weiteren Versuch, vorzeitig aus der Haft entlassen zu werden. Ein Brüsseler Gericht werde sich am 17. Oktober mit dem Antrag des heute 62-Jährigen befassen, berichtete die belgische Tageszeitung Het Laatste Niewus ohne Angabe von Quellen.

Die „Affäre Dutroux“ hatte in den 1990er-Jahren ganz Belgien erschüttert und über die Landesgrenzen hinaus Entsetzen ausgelöst. Dutroux entführte sechs Mädchen, missbrauchte sie und folterte sie in einem geheimen Verlies seines Kellers. Dort starben vier von ihnen. 2004 war der „meistgehasste Verbrecher Belgiens“, wie er zeitweilig genannt wurde, zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Diese beträgt in Belgien in der Regel 30 Jahre. Eine vorzeitige Entlassung ist möglich, wenn Verurteilte mindestens zwei Drittel ihrer Strafe verbüßt haben. Dutroux‘ damalige Frau und Komplizin Michelle Martin kam im Sommer 2012 unter Auflagen frei.

Dutroux‘ Anwalt Bruno Dayez hatte im vergangenen Jahr ein Buch mit dem Titel „Pourqoui libérer Marc Dutroux“ (Deutsch: „Warum Marc Dutroux freigelassen werden sollte“) veröffentlicht. Darin argumentierte er, dass jeder Mensch nach einer bestimmten Zeit das Recht auf ein neues Leben in der Gesellschaft habe. Bislang wurden alle Anträge von Dutroux auf vorzeitige Haftentlassung abgelehnt. (dpa)