Letztes Update am Di, 01.10.2019 10:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Attacke mit Schlachtermesser im Zillertal: Prozess wegen Mordversuchs

Am Dienstag muss sich ein 47-Jähriger wegen Mordversuchs vor Geschworenen verantworten. Aus Kränkung hatte er die Ex-Freundin mit dem Messer attackiert-diese hatte noch Glück.

Der 47-Jährige ist wegen Mordversuchs angeklagt.

© Thomas BöhmDer 47-Jährige ist wegen Mordversuchs angeklagt.



Innsbruck – Ein 47-Jähriger steht am Dienstag wegen Mordversuchs in Innsbruck vor Gericht. Der Mann hat laut Anklage letztes Jahr am Tag vor Weihnachten seine ehemalige Freundin vor ihrem Haus in Zell am Ziller mit einem Schlachtermesser angegriffen und schwer verletzt. Bei Schuldspruch droht lebenslange Haft.

Am 23. Dezember hatte der Serbe wieder einmal seine Ex-Freundin an ihrer Arbeitsstelle abgepasst. Er forderte eine Aussprache. Sie machte ihm – nicht zum ersten Mal – klar, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. Dann fuhr sie in ihrem Auto nach Hause. Der 47-Jährige ließ sich offenbar nicht so einfach abweisen und folgte ihr.

Wuchtiger Stich mit Schlachtermesser in die Brust

Vor dem Wohnhaus angekommen war es laut Anklage der Staatsanwaltschaft Innsbruck dann zum Mordversuch gekommen. Von hinten war der Verfolger der Frau demnach zu deren Fahrzeug gelaufen und hatte dabei ein gewaltiges Schlachtermesser mit einer Gesamtlänge von 40 Zentimetern und 25 Zentimetern Klingenlänge in der Hand.

Staatsanwalt Thomas Willam auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung zum weiter angeklagten Ablauf: „Der Angeklagte hatte seinem Opfer darauf einen wuchtigen Stich gezielt in die linke Brustgegend versetzt. Dabei soll er die Frau auch noch gewürgt und sie mit dem Umbringen bedroht haben.“

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Die Schwerverletzte konnte sich noch ins Haus schleppen. Gemeinsam mit zwei Verwandten verbarrikadierte sie sich in der Toilette. Der Serbe eilte zwar ins Haus nach, er schaffte es aber letztlich nicht mehr, die Türe zum WC zu öffnen.

Glücklicher Zufall rettete der Frau das Leben

Dass die Frau den Angriff überlebt hat, dürfte gleich mehrfach mit glücklichen Zufällen zu tun haben. So betrug die Länge des Stichkanals im Körper 15 Zentimeter. Staatsanwalt Willam: „Es ist laut medizinischer Sachverständiger wohl eine glückliche Fügung und auch den dicken Kleidungsschichten sowie der Anatomie des Opfers zu verdanken, dass durch diesen Stich keine Verletzung der inneren Organe und insgesamt keine akute Lebensgefahr beim Opfer vorgelegen ist.“

Laut psychiatrischem Gutachten war der gekränkte Serbe – für ihn gilt die Unschuldsvermutung – im Dezember übrigens uneingeschränkt zurechnungsfähig. Der Angeklagte hatte das Tagesgeschehen bislang mit einem Unfall erklärt. Dies hält wiederum die Staatsanwaltschaft für ausgeschlossen, da der Stich so wuchtig war, dass er den dicken Wintermantel, die Fleecejacke, ein Leibchen, ein Shirt und den BH der Frau durchtrennt hatte. (fell, TT.com)