Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 04.10.2019


Tirol

Postenkarussell hat Fahrt aufgenommen: Innsbrucks Polizeichef plant Absprung

Nach acht durchaus erfolgreichen Jahren an der Spitze der Innsbrucker Polizei hofft Innsbrucks Polizeikommandant Martin Kirchler offenbar auf eine Luftveränderung.

Innsbrucks Polizeikommandant Martin Kirchler.

© Thomas BöhmInnsbrucks Polizeikommandant Martin Kirchler.



Innsbruck – Noch heißt Innsbrucks Polizeikommandant Martin Kirchler. Doch das könnte sich bald ändern. Nach acht durchaus erfolgreichen Jahren an der Spitze der Innsbrucker Polizei hofft der Schwazer offenbar auf eine Luftveränderung. Und zwar in der Landespolizeidirektion am Innrain als künftiger Leiter der seit Juni verwaisten Abteilung A1, zuständig für Organisation, Strategie und Dienstvollzug.

Ob Kirchlers Karriere­wunsch in Erfüllung geht, ist allerdings noch offen. Denn der Unterländer ist nicht der einzige Kandidat, der sich im September für die einflussreich­e Stelle beworben hat. Kurz vor dem Ende der Ausschreibungsfrist, quasi fünf Minuten vor zwölf, ist mit Erich Lettenbichler, Leiter der Einsatzabteilung, ein weiterer Hochkaräter des Tiroler Offizierskorps in den Ring gestiegen. Anders ausgedrückt: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Innsbrucker Polizeibeamten einen neuen Chef bekommen, liegt rein rechnerisch bei 50 Prozent.

Allerdings dürfte Lettenbichler ein Ass im Ärmel haben. Dem Vernehmen nach gilt der Offizier als Wunschkandidat der Personalvertretung. Und die hat bei Personalentscheidungen durchaus Gewicht. Sollte innerhalb der Tiroler Polizei keine Einigung bezüglich der A1-Leitung erzielt werden, liegt der Ball in Wien. Dann entscheidet das Innenministerium, ob der künftige Leiter der Organisationsabteilung Kirchler oder Lettenbichler heißen wird.

Wenn sich der Schwazer durchsetzt, benötigt Innsbruck einen neuen Stadt-Polizeichef. Und der könnte Romed Giner heißen. Der bisherige Polizeikommandant des Bezirks Schwaz gilt als Favorit und Wunschkandidat für eine etwaige Nachfolge Kirchlers in Innsbruck.

Zuletzt war der Aldranse­r Bürgermeister Johannes Strob­l Leiter der Abteilung A1. Nach der Pensionierung des stellvertretenden Landespolizeidirektors Norbert Zobl wurde Strobl allerdings im Juni zu dessen Nachfolger bestellt. Somit muss sein bisheriger Arbeitsplatz neu besetzt werden. Die Aufgabe erfordert vor allem Organisationstalent. Der A1-Leiter ist vor allem dafür zuständig, die Arbeits­belastung in den Dienststellen zu beurteilen und das Personal entsprechend zu verteilen. (tom)