Letztes Update am Sa, 05.10.2019 09:37

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Opioid-Krise in USA: Sackler-Familie soll Milliarden verdient haben

n den USA sind nach Behördenangaben zwischen 1999 und 2017 fast 400.000 Menschen an den Folgen von Opioid-Missbrauch gestorben. Purdue Pharma, das im Zentrum der Krise steht, gehört der Eigentümer-Familie Sackler.

Schmerzmittel Oxycontin der Firma Purdue Pharma, die im Zentrum der Opioid-Krise in den USA steht.

© APA/AFP/US Drug EnforcementSchmerzmittel Oxycontin der Firma Purdue Pharma, die im Zentrum der Opioid-Krise in den USA steht.



Boston – Die Eigentümerfamilie des im Zentrum der Opioid-Krise stehenden Pharmakonzerns Purdue Pharma soll nach Erkenntnissen von US-Staaten Milliarden an dem Unternehmen verdient haben. An die Sackler-Familie sollen in einem nicht näher genannten Zeitraum zwischen zwölf und 13 Milliarden Dollar ausgeschüttet worden sein, geht aus am Freitag veröffentlichten Unterlagen hervor.

Das ist deutlich mehr als die bisher geschätzten vier Milliarden Dollar. In den USA sind nach Behördenangaben zwischen 1999 und 2017 fast 400.000 Menschen an den Folgen von Opioid-Missbrauch gestorben. Purdue – das im September Gläubigerschutz beantragte – sieht sich mit mehr als 2000 Klagen von Städten, Bezirken und Staaten konfrontiert. Sie werfen dem Unternehmen vor, die Opioid-Krise befeuert zu haben. Der Oxycontin-Hersteller und andere Firmen sollen in aggressiven Marketingkampagnen die Risiken süchtigmachender Schmerzmittel bei längerem Gebrauch verharmlost haben. Purdue und die Eigentümerfamilie Sackler weisen dies zurück.

Gegen einen Vergleich mit Purdue sperren sich unter anderem Massachusetts, New York und Connecticut, die von der Eigentümerfamilie Sackler mehr von deren eigenem Geld erwarten. Die Sacklers, die bei einem Vergleich die Kontrolle über Purdue in den USA abgeben würden, hatten zunächst drei Milliarden Dollar in bar und zusätzliche 1,5 Milliarden Dollar oder auch mehr durch den möglichen Verkauf ihrer Firma Mundipharma in Aussicht gestellt. (APA/Reuters)