Letztes Update am Do, 10.10.2019 13:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Anschlag auf Synagoge

Video des Angreifers weiter online: Zehntausende sahen Aufnahmen

Die Angriffe von Halle sind wohl aus nächster Nähe dokumentiert worden. Ein Video zeigt aus der Täterperspektive, wie auf Menschen geschossen wird. Die Aufnahme erinnert an eine noch blutigere Tat.

Auf diesem Video-Screenshot ist ein schwerbewaffneter Mann in schwarzer Kampfmontur und Stahlhelm zu sehen. Der Mann in dem mutmaßlichen Bekennervideo trägt die selbe Kleidung.

© AFPAuf diesem Video-Screenshot ist ein schwerbewaffneter Mann in schwarzer Kampfmontur und Stahlhelm zu sehen. Der Mann in dem mutmaßlichen Bekennervideo trägt die selbe Kleidung.



Halle an der Saale – Auch einen Tag nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle ist das Live-Video des Angreifers noch immer im Internet abrufbar. Am Donnerstagvormittag hatten bereits Zehntausende Nutzer auf mehreren Videoplattformen das 35-minütige Tat-Video gesehen.

Der Angreifer Stephan B. hatte seine Tat gefilmt und auf der zum US-Konzern Amazon gehörenden Plattform Twitch live übertragen. Inzwischen hat die Plattform das Video gelöscht. Dem Unternehmen zufolge verfolgten nur fünf Nutzer die Tat live, rund 2.200 weitere schauten sich später eine Aufzeichnung an. Allerdings wurde das Video auf anderen Plattformen, die nicht zu den großen Onlinekonzernen gehören, im Internet weiterverbreitet.

Nach dem Anschlag von Christchurch im vergangenen März, bei dem der rechtsextreme Täter seine Tat ebenfalls live gefilmt und im Internet hochgeladen hatte, hatten sich mehrere Regierungen und Internetfirmen dazu verpflichtet, extremistische und terroristische Beiträge aus dem Internet zu entfernen.

Der mutmaßliche Rechtsextremist Stephan B. hatte am Mittwoch nahe der Synagoge in Halle einen Mann und eine Frau erschossen. Zudem versuchte er offenbar, in das wegen des höchsten jüdischen Feiertags Jom Kippur voll besetzte Gotteshaus einzudringen. Er wurde später auf der Flucht festgenommen. Die Polizei geht von einem antisemitischen Motiv aus. (APA/AFP)

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