Letztes Update am Mi, 23.10.2019 09:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Erstes Lebenszeichen von verschwundener Frau und Sohn im Watt

Vor zehn Tagen verschwindet eine Mutter mit ihrem achtjährigen Sohn in Schleswig-Holstein. Anfangs vermuten die Behörden, die beiden seien im Watt verschollen. Doch dann gehen die Ermittler von einem gezielten Verschwinden aus. Nun gibt es ein Lebenszeichen.

Fußspuren im Watt deuteten darauf hin, dass sich die Frau und ihr Sohn in Wassernähe aufgehalten hatten.

© dpaFußspuren im Watt deuteten darauf hin, dass sich die Frau und ihr Sohn in Wassernähe aufgehalten hatten.



Brunsbüttel – Neue Spur im Vermisstenfall von Brunsbüttel: Die 41-jährige Frau, die mit ihrem Sohn seit mehreren Tagen vermisst wird, hat nach Polizeiangaben mit einer Verwandten telefoniert. Wie die Polizei nun berichtet, soll sie mit ihrer 18-jährigen Nichte gesprochen und sich nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen erkundigt haben. „Zu Hintergründen ihres Verschwindens und zu ihrem Aufenthaltsort hat sie allerdings keine Angaben gemacht. Die weiteren Ermittlungen laufen.

Neun Minuten telefoniert

„Die Kripo hat zudem über die Familie festgestellt, dass die Dame in Spanien keine Verwandten hat“, heißt es in der Mitteilung der Polizeidirektion Itzehoe. Ihr Aufenthaltsort sei deshalb relativ offen. Die Frau soll mit unterdrückter Nummer ihre Nichte in Hessen angerufen und rund neun Minuten mit ihr gesprochen haben.

Die Ermittler gehen von einem gezielten Verschwinden der Frau aus ihrem Lebensumfeld aus. Sie habe zuvor ihr Konto und das ihres Sohnes leergeräumt, wie die Polizei vergangene Woche mitteilte. Außerdem habe sie beim Verschwinden ihre kompletten Ausweispapiere dabei gehabt. Ihren Wagen hatte sie bereits einige Tage zuvor einem Mann verkauft. Diesem soll sie verschiedenen Hausrat verkauft sowie erklärt haben, sie wolle ihr Lebensumfeld verlassen und Familienangehörige in Spanien aufsuchen. Einen Tag nach ihrem Abtauchen hätte sie eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten antreten müssen. Laut einem Zeugen soll die Frau zuvor angekündigt haben, diese Strafe wegen mehrerer Betrugsdelikte nicht anzutreten.

Eine junge Frau hatte die Behörden eingeschaltet, weil die Frau und ihr Kind mit der Ankündigung einer Selbsttötung über den Elbdeich in Richtung Wasser gegangen seien. Laut Feuerwehr handelte es sich dabei um eine 19 Jahre alte Tochter der Vermissten. Es gab eine groß angelegte Suchaktion. Fußspuren im Watt, Kleidungsstücke sowie Schuhe an einer Buhne deuteten darauf hin, dass sich die Frau und der Bub in Wassernähe aufgehalten hatten. (dpa)

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