Letztes Update am Mi, 23.10.2019 12:14

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Mitschüler vor Berufsschule Absam mit Messer attackiert: Neun Jahre Haft

In der Berufungsverhandlung wurde der mittlerweile 20-jährige Angeklagte zu neun Jahren Haft verurteilt. Nach dem Prozess im April waren ihm zunächst zehn Jahre auferlegt worden.

Am 25. September 2018 hatte der damals 19-Jährige zwei seiner Mitschüler vor der Absamer Berufsschule mit einem Messer attackiert.

© zeitungsfoto.atAm 25. September 2018 hatte der damals 19-Jährige zwei seiner Mitschüler vor der Absamer Berufsschule mit einem Messer attackiert.



Innsbruck – Nach der Messerattacke auf zwei Mitschüler an der Berufsschule Absam im September 2018 wurde der Angeklagte in der Berufungsverhandlung am Oberlandesgericht Innsbruck heute zu neun Jahren Haft verurteilt.

Der Berufungssenat hat die Strafe, welche inhaltlich vom Obersten Gerichtshof bezüglich der Tatausfürhrung bestätigt worden war, von zehn auf neun Jahre herabgesetzt. OLG-Senatsvorsitzender Werus begründet die Entscheidung bezüglich des nun knapp 20-Jährigen damit, dass Milderungsgründe noch stärker zu gewichten waren. So konstatierte die psychiatrische Sachverständige einen Tatzusammenhang mit der vorhandenen psychischen Störung. Dazu hatte der Bursche noch am Krankenbett der Polizei den kompletten Tatablauf und indirekt auch den Tötungsvorsatz bereits gestanden.

Verteidiger Mathias Kapferer zum OLG-Senat: „Bitte beachten Sie die Jugend meines Mandanten. Er hat das Leben noch vor sich, da spielt es schon eine Rolle, ob nun ein Jahr mehr oder weniger.“ Vorab hatte sich Kapferer bereits mit den Opfern auf eine Entschädigung geeinigt. Das Urteil ist somit rechtskräftig.

Beide Opfer hatten damals lebensgefährliche Verletzungen davongetragen. Der damals 19-Jährige war von Mitschülern überwältigt worden und erlitt dabei einen Schädelbruch. Der Messerattacke war ein Streit zwischen dem 19-Jährigen und dem ersten Opfer im Klassenzimmer vorausgegangen. (fell/TT.com)