Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 24.10.2019


Gerichtssplitter

Haft für patscherte Einbrecher in Innsbruck

Im August brach ein Trio bei einem Juwelier in Innsbruck ein. Dabei stellten sich die Niederländer aber alles andere als geschickt an.

Mit einem Vorschlaghammer schlugen die Täter das Schaufenster ein.

© zeitungsfoto.atMit einem Vorschlaghammer schlugen die Täter das Schaufenster ein.



Innsbruck - Unfreiwillig komisch wirkte am Mittwoch am Landesgericht ein Einbrechertrio aus Holland. So räumte sogar die Verteidigung ein, dass das Vorgehen der drei wegen versuchten schweren gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls Angeklagten „dilettantisch" war.

Es fing im August schon schlecht an. Eigentlich wollten die zwei Juweliereinbrecher und ihre Chauffeurin ja nach Bregenz. Dort hatte aber die Hotelbuchung nicht geklappt. Also weiter nach Innsbruck. Dort bezog das Trio im Zentrum ein Hotel. Über eine Fiaker-Stadtrundfahrt wollten die Holländer dann Juweliere ausspähen. Das erste Tatobjekt war dann doch ein Kleiderladen, dessen Eingang Schraubenziehern und Brecheisen aber widerstand.

Also doch zum Juwelier. Nahe dem Hotel fand sich in der Museumstraße nächtens ein geeignetes Objekt. Dort legte einer der Einbrecher dann, etwas unorthodox, erst einen Vorschlaghammer vor das Geschäft. Dummerweise wurde er aber schon beim Verlassen des Hotels von dessen Videokamera gefilmt. Der verstörte Nachtportier rief darauf lieber einmal die Polizei an. Da nützte es den Holländern auch nichts mehr, dass die Frau noch brav Schmiere stand, bevor ihr elffach vorbestrafter Komplize das Schaufenster des Juweliers einschlug und Schmuck für 17.660 Euro aus der Auslage holte. Direkt beim Frühstück klickten dann im Hotel die Handschellen.

Zweimal zwei Jahre Haft für die Männer und 18 Monate Haft (12 bedingt) für die Frau ergingen rechtskräftig. (fell)

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