Letztes Update am Fr, 25.10.2019 07:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Tiroler Kindergärtner von Mutter und Großmutter attackiert und verletzt

Weil ein dreijähriger Bub behauptete, von Betreuer mit Spritze gestochen worden zu sein, gingen Mutter und Oma auf diesen los.

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Von Marco Witting

Innsbruck – Ein tätlicher Angriff auf einen Kindergärtner und die Vorgeschichte der Attacke beschäftigen jetzt das Landeskriminalamt. Und auch für die erfahrenen Ermittler ist der Fall, der am Mittwochvormittag zu einer Eskalation führte, ein schwieriger.

Der Reihe nach: Am Mittwoch tauchten die Mutter eines dreijährigen Buben und die Großmutter vor dem Kindergarten auf und stellten einen Mitarbeiter zur Rede. Der Mann wurde dabei körperlich attackiert und unbestimmten Grades verletzt. Unbestätigten Meldungen zufolge soll der Mann im Zuge der Auseinandersetzung mit einem Schlüsselbund geschlagen worden sein. Eine blutende Kopfverletzung, der Transport in die Klinik und eine ambulante Behandlung waren die Folge.

Warum das Landeskriminalamt den Fall übernommen hat und keine weiteren Details bekannt geben wollte, liegt an der Vorgeschichte. Am Montag hatte die Mutter Anzeige erstattet. Die Vorwürfe – es gilt die Unschuldsvermutung – sind schwer. Das Kind soll nachts aufgewacht sein und behauptet haben, der Kindergärtner habe ihm eine Spritze ins Gesäß verabreicht. Bei der Befragung des Kindes im Beisein der Mutter und einer Dolmetscherin gab das Kind sogar an, zweimal mit einer Spritze gestochen worden zu sein.

Der Bub wurde daraufhin in der Kinderklinik eingehend untersucht. Mit dem Ergebnis, dass es kein Ergebnis gab. Es wurden weder Einstiche noch Verletzungen festgestellt, die auf einen Missbrauch hindeuten.

Auch sonst soll es bei den Ermittlungen Einzelheiten gegeben haben, die nicht zusammenpassten. „Es ist noch vieles unklar“, sagt LKA-Chef Walter Pupp entsprechend vorsichtig. Das Kind soll mittlerweile vom Kindergarten abgemeldet worden sein. Über Mutter und Großmutter wurde einstweilen ein Betretungsverbot für den Kindergarten verhängt.