Letztes Update am Mo, 28.10.2019 11:57

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Großbritannien

39 Leichen in Lkw: Vietnam soll bei Identifizierung helfen

Nach dem Leichenfund in Großbritannien werden nun bei den mutmaßlichen Angehörigen der 39 Opfer DNA-Proben entnommen. Am Wochenende hatten sich die Hinweise darauf verdichtet, dass es sich bei den Toten großteils um Vietnamesen handeln könnte.

Nach dem Fund der Leichen in dem Lkw-Anhänger deutet immer mehr daraufhin, dass die meisten Opfer aus Vietnam stammen könnten.

© AFPNach dem Fund der Leichen in dem Lkw-Anhänger deutet immer mehr daraufhin, dass die meisten Opfer aus Vietnam stammen könnten.



Hanoi – Nach dem grausigen Fund von 39 Leichen in einem Kühllastwagen östlich von London haben britische Behörden Unterlagen nach Vietnam geschickt, die bei der Identifizierung der Opfer helfen sollen. Der vietnamesische Vize-Außenminister Bui Than Son teilte am Montag mit, die britischen Behörden hätten „vier Aktensätze in Bezug auf die Lkw-Toten“ auf den Weg nach Hanoi gebracht.

Vienamesische Familien bangen um vermisste Angehörige

Am Wochenende hatten sich die Hinweise darauf verdichtet, dass es sich bei den Toten zum Großteil um Vietnamesen handeln könnte. Seit Freitag hatten mehrere Familien aus dem verarmten Zentrum Vietnams ihre Angehörigen als vermisst gemeldet. In den Provinzen Nghe An und Ha Tinh begannen die vietnamesischen Behörden damit, Haar- und Blutproben von mutmaßlichen Familienangehörigen für DNA-Tests zu nehmen.

Die Ermittler waren zunächst davon ausgegangen, dass es sich bei den Opfern um Chinesen handle. Die Menschen könnten bei der Reise nach Großbritannien gefälschte chinesische Pässe bei sich getragen haben.

Die Leichen der 31 Männer und acht Frauen waren Mittwochfrüh in einem Industriegebiet östlich von London im Kühlcontainer eines Lastwagens entdeckt worden. Der aus Nordirland stammende Lkw-Fahrer wurde festgenommen, er soll am Montag vor Gericht erscheinen. Dem 25-Jährigen werden Totschlag, Verschwörung zum Menschenhandel und Geldwäsche zur Last gelegt.

Gefährliche Flucht

Der Fall lenkte die Aufmerksamkeit auch auf das Schicksal von Flüchtlingen, die sich auf die gefährliche Reise nach Europa begeben. Schlepperbanden bringen immer wieder Flüchtlinge in Lastwagen nach Europa und setzen sie dabei größten Gefahren aus.

Bei einer Kontrolle im Hafen von Calais wurden am Sonntag acht Menschen, unter ihnen vier Kinder, in einem Kühllastwagen entdeckt. Wie die französischen Behörden mitteilten, litten die Migranten, die als ihr Herkunftsland Afghanistan nannten, unter Unterkühlung. In dem Kühllastwagen lag die Temperatur bei sieben Grad. Die beiden rumänischen Fahrer wurden festgenommen. (APA/AFP)