Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 30.10.2019


Gerichtssplitter

Verkehrsunfall wurde zu Gerichtskrimi

Symbolfoto.

© BöhmSymbolfoto.



Was war am 25. Jänner bei einem Autounfall in einem Oberländer Skiort wirklich passiert? Eine Frage, die am Dienstag am Landesgericht wegen angeklagter Körperverletzung und Gefährdung körperlicher Sicherheit nicht nur Staatsanwältin Angela Eder-Stöffler interessierte. Nur: Die Angeklagten wollten bei der Klärung partout nicht mithelfen. So verweigerte der Lenker beharrlich Auskünfte über allfällige Insassen. Richterin Verena Offer drehte den Spieß um: „Jetzt ist es mir zu dumm! Ich trete den Unfall ans Bezirksgericht ab und vernehme Sie zum Zweitangeklagten jetzt als Zeuge!" Unter Wahrheitspflicht. Der wegen Falschaussage und Begünstigung Zweitangeklagte — Chef des Lenkers — leugnete, überhaupt im Auto gesessen zu sein. Pech: Ein Taxifahrer, der das Unfallauto gestellt hatte, sagte als Zeuge sofort aus: „Da sitzt er ja, der Beifahrer!" Jetzt hat Richterin Offer doch noch ein Arsenal an Zeugen geladen. Auf Falschaussage stehen drei Jahre Haft — es gilt die Unschuldsvermutung. (fell)

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