Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 04.11.2019


Tirol

Osttiroler wegen Vorwurfs der Tierquälerei vor Gericht

Am 8. November muss sich ein Osttiroler Bauer vor dem Landesgericht in Innsbruck verantworten. Er soll den Tod von mehreren Schafen verursacht haben.

Wer Schafe und andere Tiere hält, muss sich entsprechend um sie kümmern. Ein Osttiroler Landwirt hat das nicht getan, lauten die Vorwürfe, für die sich der Mann vor Gericht verantworten muss.

© OblasserWer Schafe und andere Tiere hält, muss sich entsprechend um sie kümmern. Ein Osttiroler Landwirt hat das nicht getan, lauten die Vorwürfe, für die sich der Mann vor Gericht verantworten muss.



Von Catharina Oblasser

Lienz, Innsbruck – Ein Osttiroler Landwirt wird am Freitag als Angeklagter vor Gericht stehen: Er wird des Vergehens der Tierquälerei beschuldigt.

Die Vorwürfe gegen den Mann – für ihn gilt die Unschuldsvermutung – wiegen schwer. So soll der Mann heuer über mehrere Tage seine Tiere in stark verschmutzten und nassen Stallungen gelassen haben, worunter die Tiere sehr gelitten haben. Betroffen waren laut den Unterlagen des Gerichts Jungrinder, Kälber, Mutterschafe, Lämmer und Mastschweine. Mehrere Tiere sollen deshalb Entzündungen und andere Krankheiten bekommen haben, doch sie wurden nicht behandelt, heißt es. Die notwendige tierärztliche Pflege habe der Bauer seinen Tieren nicht zukommen lassen. Daraufhin seien einige verendet.

„Dem Landwirt wird vorgeworfen, über Tage nicht nach seinen Tieren geschaut zu haben“, führt Klaus Jennewein, Sprecher des Landesgerichts Innsbruck, aus. Die Folgen, die diese Vernachlässigung hatte, werden nun in dem Gerichtsverfahren am 8. November behandelt. „Das Strafmaß für Tierquälerei beträgt bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe“, erklärt Jennewein weiter.

Ins Rollen gekommen war die Angelegenheit durch eine anonyme telefonische Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft Lienz. Das war im März. Daraufhin hielten die Veterinäre Nachschau auf dem landwirtschaftlichen Betrieb, wie es bei jeder derartigen Anzeige gemacht wird, heißt es von Seiten der BH. Was die Tierärzte dort vorfanden, veranlasste die Behörde, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten.

Einstweilen befinden sich die Tiere nach wie vor auf dem Hof, allerdings unter strenger Kontrolle. Dem Landwirt wurde ein Maßnahmen-Katalog vorgegeben, wie er sein Vieh versorgen muss. Ob er sich daran hält, wird regelmäßig überprüft. „Ein Tierhalteverbot kann im Allgemeinen dann ausgesprochen werden, wenn der Halter rechtskräftig wegen Tierquälerei verurteilt ist“, so die Bezirkshauptmannschaft Lienz.

Sobald das Verfahren am Landesgericht abgeschlossen ist, weiß man also mehr. Es kann aber sein, dass es am 8. November noch keine Entscheidung gibt, erklärt Klaus Jennewein. „Das kommt darauf an, ob der Landwirt sich schuldig bekennt. Wenn nicht, könnten noch weitere Gutachten und andere Beweismittel notwendig sein, die erst vorgelegt werden müssen.“