Letztes Update am Di, 05.11.2019 13:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justiz und Kriminalität

Überfall auf Mormonen-Gemeinde in Mexiko: Mindestens neun Tote

Drei Frauen und sechs Kinder wurden getötet, als Unbekannte das Feuer auf einen Kleintransporter und zwei Begleitfahrzeuge eröffneten. Ein Angehöriger sprach von einem „Massaker“.

(Symbolfoto)

© AFP(Symbolfoto)



Rancho de la Mora – Bei einem Überfall auf Mitglieder einer US-Mormonen-Gemeinde im Nordwesten Mexikos sind nach Angaben von Hinterbliebenen mindestens drei Frauen und sechs Kinder getötet worden. Als der Angehörige Julian Lebaron den Vorfall am Montag (Ortszeit) im Rundfunksender Radio Fórmula schilderte, sprach er von einem „Massaker“.

Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar, allerdings war Lebarons Bruder Benjamin 2009 im Kampf gegen kriminelle Banden ermordet worden. Seine Cousine Rhonita habe ihren Ehemann vom Flughafen in Phoenix in den USA abholen wollen, sagte Julian Lebaron. Sie sei mit ihrem Kleintransporter in einen Hinterhalt geraten.

Die Täter feuerten nach Lebarons Schilderungen auf den Transporter und setzten ihn in Brand. Dabei seien auch die vier Kinder der Cousine ums Leben gekommen. Nach diesem Leichenfund wurden einige Zeit später zwei Begleitfahrzeuge des Kleintransporters entdeckt. Darin befanden sich die Leichen zwei weiterer Frauen und zweier Kinder.

Mehrere Kinder verletzt, ein Mädchen vermisst

Fünf bis sechs Kinder, darunter ein Kind mit einer Schussverletzung, seien zu Fuß nach Hause geflüchtet, sagte Lebaron. Ein kleines Mädchen werde vermisst, nachdem es in einen Wald geflüchtet sei, um sich dort zu verstecken.

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Die Attacke ereignete sich in Rancho de la Mora an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Chihuahua und Sonora und nahe der Grenze zu den USA. In der Gegend sind Drogenhändler und andere kriminelle Banden aktiv.

Die betroffene Mormonen-Gemeinde besteht aus Nachfahren von Mormonen, die im 19. Jahrhundert wegen Verfolgung aus den USA flüchteten. Häufig besitzen sie die Staatsangehörigkeit beider Länder. Die Familie Lebaron beantragte laut Informationen mexikanischer Medien Beistand der US-Botschaft.

Die Anzahl der Opfer des Angriffs stehe noch nicht genau fest, sagte Staatsanwalt Cesar Augusto Peniche. Die Kommunikationsverbindungen in das betroffene Gebiet seien schlecht. Mexikanische Sicherheitskräfte beteiligten sich an der Suche nach dem vermissten Mädchen.

Benjamin Lebaron hatte SOS Chihuahua, eine Vereinigung zur Bekämpfung von Bandenkriminalität, gegründet. Auch Julian Lebarón ist für seinen Einsatz zur Eindämmung der Kriminalität bekannt. (APA/AFP)