Letztes Update am Mi, 06.11.2019 13:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mexiko

Neun Tote bei Überfall auf Großfamilie in Mexiko: Vermisstes Kind gefunden

Drei Frauen und sechs Kinder wurden am Montag getötet, als die Autos der Mormonen-Familie angegriffen wurden. Eine Achtjährige lief wurde danach vermisst. Nach fast 24 Stunden wurde das Mädchen unverletzt gefunden.

Eines der Autos brannte vollständig aus.

© AFPEines der Autos brannte vollständig aus.



Rancho de la Mora – Nach einem blutigen Überfall auf eine Mormonen-Familie im Norden Mexikos ist ein acht Jahre altes Mädchen unbeschadet wiedergefunden worden. Das Kind, das geflüchtet und fast 24 Stunden vermisst worden war, wurde am Dienstag (Ortszeit) mehrere Kilometer vom Tatort entfernt unverletzt aufgefunden, wie Angehörige mitteilten.

Nach Angaben der Familie waren auch mehrere andere Kinder vor den Angreifern geflohen und nach Hause gelaufen. Bei dem Überfall auf einer Landstraße zwischen den nordmexikanischen Bundesstaaten Sonora und Chihuahua waren am Montag drei Frauen und sechs Kinder der Großfamilie LeBaron getötet worden. Sechs weitere Kinder wurden verletzt, darunter ein dreimonatiges Baby, das unter seiner toten Mutter gefunden wurde.

Fünf der verletzten Kinder wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus in Phoenix im US-Staat Arizona geflogen. Nach Angaben von Angehörigen sind die Kinder alle schwer traumatisiert.

Die Mütter und ihr Nachwuchs waren den Schilderungen zufolge am Montag auf dem Weg zum Flughafen gewesen, als sie von unbekannten Bewaffneten in einen Hinterhalt gelockt und beschossen wurden. Am Dienstag trauerten Angehörige an den von Kugeln durchlöcherten und ausgebrannten Autowracks. Das Familienmitglied Julian LeBaron sprach im Radiosender Formula von einem „Massaker“.

Womöglich versehentlich attackiert

Mexios Sicherheitsminister Alfonso Durazo sagte, die Familie sei womöglich versehentlich attackiert worden oder in einen Revierkampf rivalisierender Drogenkartelle geraten. LeBaron sagte dagegen, seine Verwandten seien gezielt angegriffen worden. 2009 war bereits sein Bruder Benjamin im Kampf gegen kriminelle Banden ermordet worden.

Die LeBaron-Familie besteht aus Nachfahren von Mormonen, die im 19. Jahrhundert vor Verfolgung in den USA nach Mexiko geflüchtet waren. Viele Familienmitglieder besitzen die Staatsangehörigkeit beider Länder. Nach der Attacke hatte US-Präsident Donald Trump dem Nachbarland Hilfe im „Krieg“ gegen Drogenkartelle angeboten. (APA/AFP)