Letztes Update am Do, 07.11.2019 16:22

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neuseeland

Backpackerin bei Tinder-Date ermordet: Makabere Details vor Gericht offenbart

Im Prozess um den Mord an einer Backpackerin in Neuseeland, die bei einem Tinder-Date getötet wurde, kommen grausame Details ans Tageslicht. Unter anderem machte der Angeklagte mehrere intime Fotos von der Leiche. Er behauptet allerdings, ihr Tod sei ein Sex-Unfall gewesen.

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Auckland – Der Mann, der mutmaßlich eine britische Backpackerin in Neuseeland bei einem Tinder-Date getötet hat, behauptet vor Gericht, dass Grace M. (21) versehentlich bei einem Unfall ums Leben kam. Der Verteidiger des angeklagten 27-Jährigen erklärte, dass die beiden einvernehmlichen Sex in einem Hotel-Apartment gehabt hätten, berichtet unter anderem die Daily Mail.

Nach Angaben des Verteidigers Ian Brookie wäre die Frau dabei aus Versehen erwürgt worden – und der Angeklagte sei deshalb unschuldig. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Mann zu Prozessbeginn allerdings des Mordes durch Strangulation.

Leiche in Koffer transportiert

Die junge Backpackerin starb nur Stunden vor ihrem 22. Geburtstag. Der Prozess am Auckland High Court offenbart allerdings auch einige Details, die dieser Unfall-Aussage widersprechen: Denn nach dem Tod der jungen Frau machte der Mann mehrere intime Fotos von ihrem nackten Körper, schaute Pornos und recherchierte auf Google nach einem Ort, wo er die Leiche der Frau ablegen und verstecken konnte. Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann daraufhin vor, dass er bei einem Unfall auch Hilfe hätte rufen können.

Angeblich soll der Mann nicht bemerkt haben, dass er die britische Urlauberin erwürgt hatte, und sei duschen gegangen. Später habe er gesehen, dass sie tot auf dem Boden lag und Blut aus ihrer Nase lief. Doch er rief keinen Notruf, sondern schaffte die Leiche später in einem Koffer davon und legte sie in einem Außenbezirk von Auckland ab. „Das klingt für die Jury vielleicht etwas unverständlich, aber das macht ihn noch nicht zum Mörder“, erklärte sein Verteidiger vor Gericht.

Urteil in fünf Wochen

Der Fall hatte im Dezember 2018 in Neuseeland und Großbritannien für großes Aufsehen gesorgt. Überwachungskameras hatten am Abend des Todes von Grace M. aufgezeichnet, wie sich die junge Britin und der jetzige Angeklagte küssten und Hand in Hand in einem Hotel verschwanden. Während des Dates hatte die Britin einer Freundin per SMS mitgeteilt, dass sie sich wohl fühle und ihre Verabredung gut laufe. Es waren die letzten Stunden der jungen Frau.

Eigentlich wollte sie nach ihrem Studium ein Jahr um die Welt reisen und machte dabei auch Station in Auckland. Zuvor war sie mit einer Reisegruppe in Südamerika unterwegs. Nachdem Grace M. auf keinen der Geburtstagsgrüße antwortete, wurde sie von ihrem Vater als vermisst gemeldet und Tage später tot aufgefunden. Bei einer emotionalen Pressekonferenz beschrieb er seine Tochter als „lebenslustig, kontaktfreudig und familienorientiert“. Bis zu jenem Abend habe sie die Familie geradezu bombardiert mit Fotos und Nachrichten über ihre Abenteuer. Das Urteil soll in etwa fünf Wochen gesprochen werden. (TT.com)