Letztes Update am Mo, 25.11.2019 22:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Imst

Versuchte Abzocke in Tarrenz: Schlüsseldienstler (22) angezeigt

Am 18. November wurde eine 33-jährige Tarrenzerin von einem ihrer Kleinkinder auf dem Balkon ihrer Wohnung ausgeschlossen. In ihrer Verzweiflung wandte sie sich an einen Schlüsseldienst, den sie im Internet gefunden hatte. Der verlangte einen horrenden Preis – und konnte jetzt ausgeforscht werden.

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Tarrenz – Die Notlage einer 33-jährigen Tirolerin wollte ein angeblicher Schlüsseldienstanbieter am Montag, den 18. November ausnutzen. Durch umfangreiche Ermittlungen der Imster Polizei konnte der Mann nun ausgeforscht und angezeigt werden. Es handelt sich um einen 22-jährigen Deutschen.

Rückblick. Gegen 14 Uhr war die Frau auf ihrem Balkon, als eines ihrer Kleinkinder sie dort aussperrte. Zum Glück hatte die 33-Jährige ihr Handy bei sich und suchte sofort über das Internet nach einem Schlüsseldienst. Rund eineinhalb Stunden später traf ein Beauftragter mit einem Auto vor dem Wohnhaus ein und machte sich, wie vereinbart, an das Öffnen der Wohnungstür.

Die ausgeschlossene Frau und der Schlüsseldienst-Vertreter machten einen dreistelligen Eurobetrag zur Türöffnung aus. Dann versuchte der Mann, das Schloss der massiven neuwertigen Tür aufzubohren, was ihm aber trotz massiver Beschädigung nicht gelang. Nach rund einer Stunde erfolgloser Arbeit stellt der Mann seine Tätigkeit ein. Bevor der Unbekannte ohne eine Rechnung zu stellen davonfuhr, verständigte er auf Drängen der noch immer ausgesperrten Frau die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte aus Tarrenz öffneten die bereits massiv beschädigte Wohnungstür gewaltsam, zumal sich in der Wohnung zwei Kleinkinder allein aufhielten.

Die Ermittler hegen keinerlei Zweifel daran, dass es sich bei dem 22-jährigen um den gesuchten Schlüsseldienstler handelt. Weil er die Zwangslage seines Opfers ausnutzte, einen überhöhten Tarif für das Nicht-Öffnen der Wohnungstüre verlangte und dadurch einen Feuerwehrsatz auslöste, wird der Deutsche wegen Gefahr im Verzug angezeigt. (TT.com)