Letztes Update am Fr, 22.11.2019 09:24

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Schwaz

25-Jähriger gab in Weer Schüsse ab und verschlief Großeinsatz der Polizei

Mit Schießübungen löste ein Jäger am Donnerstag einen Großeinsatz der Polizei aus. Die vierstündige „Belagerung“ seiner Hütte verschlief der Mann.

Auf diesem Hof ereignete sich der Vorfall, der sich am Ende als harmlos herausstellte.

© ZOOM.TIROLAuf diesem Hof ereignete sich der Vorfall, der sich am Ende als harmlos herausstellte.



Weer – Ein 25-jähriger Jäger hat einen Großeinsatz der Polizei zunächst unabsichtlich ausgelöst und dann auch noch verschlafen. Schauplatz des ebenso dramatischen wie skurrilen Missverständnisses war am Donnerstag eine Blockhütte in Weer. Am Ende löste sich alles in Wohlgefallen auf: keine Festnahme, keine Verletzten, keine Straftat.

Es war gegen 9.20 Uhr, als mehrere Zeugen bei der Polizei Alarm schlugen: Eine Frau meldete Schüsse in einer kleinen Siedlung bei Weer, weitere Anrufer berichteten von einem Mann mit einem Gewehr. Der Auftakt für einen Großeinsatz, an dem auch die Sondereinheit Cobra und der Polizeihubschrauber beteiligt waren.

Auch das Sondereinsatzkommando Cobra rückte aus.
Auch das Sondereinsatzkommando Cobra rückte aus.
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Stundenlang vergebliche Kontaktaufnahme

Aufgrund der Zeugenhinweise und der ersten Ermittlungen vor Ort vermuteten die Einsatzkräfte den möglicherweise gefährlichen Schützen in einem kleinen Holzhaus. Allerdings reagierte der Mann nicht auf das Großaufgebot, das in der Folge das Gebäude umstellte. Die Versuche der Polizei, Kontakt zum 25-Jährigen aufzunehmen, scheiterten. Das lag einerseits daran, dass sich im Haus kein Festnetz-Telefon befand. Aber auch die Anrufe der Beamten auf dem Handy des Schützen führten zu keinem Ergebnis – das Mobiltelefon war abgeschaltet.

Das Gebiet wurde großflächig abgeriegelt.
Das Gebiet wurde großflächig abgeriegelt.
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Da sich an der Patt-Situation nichts änderte, blieb die „Belagerung“ für mehrere Stunden aufrecht. Das änderte sich erst gegen 13.30 Uhr. „Wir haben den Mann angesprochen und er ist aus dem Haus gekommen“, schildert Christoph Hundertpfund vom Landeskriminalamt. Als der Schütze von den Beamten in Empfang genommen wurde, war er laut Zeugen nur leicht bekleidet. Und das lag daran, dass der 25-Jährige die Stunden davor schlafend im Bett verbracht hatte. Sein Schlaf war (nach einer Nachtschicht, Anm.) so tief, dass ihn nicht einmal der Polizeihubschrauber wecken konnte.

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Legaler Waffenbesitz

Wie Befragung und Überprüfung rasch ergaben, handelt es sich beim Schützen um einen Jäger, der sein Gewehr legal besitzt. Und offenbar ebenso legal auf einem privaten Grundstück Schießübungen durchführte. Insgesamt waren es vier Schüsse, die der 25-Jährige in einen Hang abfeuerte. „So dass niemand gefährdet wurde“, sagt Hundertpfund. Daher sprachen die Beamten auch keine Festnahme aus. (tom)

Auch ein Polizeihubschrauber war vor Ort.
Auch ein Polizeihubschrauber war vor Ort.
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