Letztes Update am Sa, 14.09.2013 12:50

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

23 Jahre nach Mord: Staatsanwalt veranlasste DNA-Analyse

Der damals jugendliche Täter wurde 1991 zu 13 Jahre Haft verurteilt.

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© TT/Thomas Böhm(Symbolfoto)



Innsbruck/Salzburg – Im Fall eines 23 Jahre zurückliegenden Mordes an einer 32-jährigen Tirolerin, die im Juni 1990 in einer Käserei in Grän im Tannheimertal (Bezirk Reutte) mit einem Jagdmesser getötet worden war, gibt es offenbar einen neuen Ermittlungsansatz. Man habe vor einigen Monaten die Gerichtsmedizin in Salzburg mit der DNA-Analyse eines Nylonsäckchen beauftragt, in dem ein Büschel Haare verpackt wurde, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, Hansjörg Mayr der APA und bestätigte damit einen Bericht des „Kurier“ (Samstagsausgabe). Ein Tiroler Lehrling war im Jahr 1991 zu 13 Jahren Haft wegen des Mordes an der Buchalterin verurteilt worden.

Mayr betonte allerdings, dass es sich um kein Wiederaufrollen des Falles handle: „Es liegt keine neue Beurteilung der Sachlage vor und es gibt keinen Hinweis auf einen möglichen weiteren Täter“. Deshalb könne man auch nicht davon sprechen, das insgesamt in dem Fall neu ermittelt werde.

Laut „Kurier“ wurde im Zuge der Untersuchung ein braunes Haar gefunden. Die damals sichergestellten Haare seien hingegen blond gewesen. Mayr meinte dazu, dass die DNA-Analyse des Haares in Salzburg keinen Erfolg beziehungsweise keine neue Spur gebracht habe. Ein Institut im deutschen Freiburg sei allerdings mit einer weiteren Untersuchung des Haares beauftragt worden, teilte der Sprecher mit. Weshalb es überhaupt zu einer DNA-Analyse gekommen sei, begründete Mayr damit, dass dies zur „möglichst beruhigenden Aufklärung“ beitrage.

Der Ehemann der Verstorbenen sagte dem „Kurier“, dass bereits vor Gericht aus dem Gutachten der Gerichtsmedizin zitiert worden sei, wonach sich in der Hand der Frau 20 helle Haare befunden haben, die sowohl dem Täter als auch dem Opfer fremd gewesen seien. Der Mann glaube zudem den möglichen Komplizen, zu dem die Haare passen könnten, zu kennen.

Der wegen Mordes verurteilte Lehrling war bei seiner ersten Einvernahme mehrfach geständig gewesen und erklärte, dass er sein Opfer umbringen habe müssen, um nicht erkannt zu werden. Vor Gericht beteuerte er dann aber, er habe das Messer nur mitgenommen, um seinem Opfer Angst einzujagen, und gab an, sich an seine Gedanken während der Tat nicht erinnern zu können. (APA)