Letztes Update am Sa, 22.02.2014 08:25

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justiz und Kriminalität

Zahl der Todesopfer bei Protesten in Venezuela auf neun gestiegen

Die Unruhen belasten auch die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela schwer. US-Außenminister John Kerry kritisiert den „inakzeptablen“ Einsatz von Gewalt.

Die Straßenschlachten in Venezuela haben bisher mehrere Tote und über hundert Verletzte gefordert.

© APA/EPA/MIGUEL GUTIERREZDie Straßenschlachten in Venezuela haben bisher mehrere Tote und über hundert Verletzte gefordert.



Caracas – Die Zahl der Todesopfer bei den vor zwei Wochen gestarteten Sozialprotesten in Venezuela ist bis zum Samstag auf mindestens neun gestiegen. Jüngstes Opfer sei ein 29-Jähriger, der an einer Straßenblockade von Demonstranten ums Leben gekommen sei, sagte Innenminister Miguel Rodríguez Torres am Freitagabend (Ortszeit) im amtlichen Rundfunk VTV.

In vielen Städten Venezuelas gibt es seit zwei Wochen Proteste von Studenten und anderen Oppositionsanhängern gegen die hohe Inflation, die weitverbreitete Korruption und die grassierende Kriminalität in dem Land. Dabei kam es immer wieder zu Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften. Drei der mindestens neun Todesopfer hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft Schussverletzungen. Von den 137 Verletzten sind 100 Zivilisten. Mehr als 100 Demonstranten wurden festgenommen.

Kerry kritisiert Venezuela

US-Außenminister John Kerry hat Venezuela für den Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten scharf kritisiert. Dies sei „inakzeptabel“, so verhielten sich Demokratien nicht, erklärte er am Freitag (Ortszeit). Die Bürger und politischen Persönlichkeiten des Landes hätten ein Recht auf ihren Protest, erklärte Kerry.

Er forderte die Regierung in Caracas auf, stattdessen mit der Opposition zu verhandeln und politische Gefangene freizulassen. In vielen Städten Venezuelas gibt es seit zwei Wochen Proteste von Studenten und anderen Oppositionsanhängern gegen die hohe Inflation, die weit verbreitete Korruption und die grassierende Kriminalität in dem Land. Dabei kam es auch immer wieder zu Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften.

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Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela sind stark belastet. Auf ein Gesprächsangebot aus Caracas ging Kerry nicht ein. Präsident Nicolas Maduro hatte seinen US-Kollegen Barack Obama am Freitag vor ausländischen Journalisten zum bilateralen Dialog aufgefordert. Obama solle die „Herausforderung annehmen“, sagte er und bot zudem an, einen Botschafter nach Washington zu entsenden. Botschafter gibt es in den jeweiligen Ländern schon seit Ende 2010 nicht mehr. (APA/AFP)