Letztes Update am Sa, 29.03.2014 06:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justiz und Kriminalität

„Er wollte auch mich attackieren“

Das Opfer einer Messerstecherei in Innsbruck verdankt einem Sicherheitsmann wohl sein Leben.



Innsbruck – Nach der Messerstecherei im Asylheim in der Innsbrucker Trientlgasse am Donnerstagabend – die TT berichtete – wurde der Beschuldigte gestern vom Landeskriminalamt vernommen. Die zwei beteiligten Afrikaner bewohnen mit drei weiteren Asylbewerbern ein Zimmer im 1. Stock. „Als die Männer allein im Zimmer waren, kam es laut Aussage des Beschuldigten zum Streit um einen Laptop“, erklärt Walter Pupp, Leiter des Landeskriminalamts. Dabei stach der Mann mehrfach mit einem 20 Zentimeter langen Küchenmesser auf den Oberkörper seines Kontrahenten ein.

Das Opfer flüchtete ins Erdgeschoß, wo es noch einmal attackiert wurde. Als David Allmann vom Sicherheitsdienst einschreiten wollte, wurde auch er angegriffen. „Ich saß gerade im Büro und hörte laute Hilfeschreie. Als ich rausgerannt bin, sah ich, wie einer der beiden auf den anderen einstach“, erzählt Allmann. Der Imster verständigte sofort die Polizei und forderte den Angreifer auf, das Messer fallen zu lassen: „Er hörte aber nicht darauf. Dann habe ich beide mit Pfefferspray eingenebelt, weil ich ja nicht sofort wusste, was sich genau abspielte.“

Der mutmaßliche Täter habe versucht, auch ihn zu attackieren, sagt Allmann: „Ich habe noch einmal den Pfefferspray eingesetzt, dann ist er zurückgewichen.“ Der Vorfall hat bei dem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes Spuren hinterlassen: „Ich hatte Angst. Zu sehen, wie der Mann zustach, war brutal. Mir war nachher richtig übel.“ Allmann hofft jetzt, dass das Opfer überlebt und wieder ganz gesund wird: „Dann hat sich mein Einsatz gelohnt.“

Der Beschuldigte verantwortete sich indes, „dass er in Notwehr gehandelt habe“, erklärt Pupp. Das schwer verletzte Opfer liegt vorerst weiter in der Innsbrucker Klinik und kann wohl erst in einigen Tagen von der Polizei befragt werden. (kaz, mw)

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