Letztes Update am Fr, 04.04.2014 15:23

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Fünfjähriger Bub getötet: Vater seines Spielkameraden gesteht

Die Fahnder melden einen Erfolg im Fall des getöteten Fünfjährigen aus Ostwestfalen. Der Vater eines Spielfreundes sitzt in Haft. Vor Jahren stand der schon einmal unter Verdacht - wegen eines verschwundenen Mädchens.

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© dpa/Hendrik Schmidt(Symbolfoto)



Bielefeld/Herford – Fahndungserfolg im Fall Dano: Die Polizei hat einen Mann festgenommen, der gestanden hat, den fünfjährigen Jungen aus Ostwestfalen getötet zu haben. Laut Obduktion wurde das Kind aus Herford erwürgt. Dem 43-jährigen Vater eines Spielfreundes von Dano wird vorgeworfen, das Kind zunächst geschlagen und dann erwürgt zu haben, um die erste Tat zu verdecken. Dies sagte Staatsanwältin Ina Leinkauf am Freitag in Bielefeld. Der Festgenommene hatte sich bereits 2007 im Fall eines verschwundenen Mädchens vorübergehend im Visier der Ermittler befunden.

Der Verdächtige sagte nach Angaben der Ermittler aus, Dano habe bei ihm geklingelt und nach seinem Freund gefragt, einem der fünf Kinder des Mannes. Es habe einen Wortwechsel gegeben, dann habe er zugeschlagen. Dano habe damit gedroht, seinen Eltern von dem Vorfall zu erzählen. Daraufhin habe er den Jungen in seine Wohnung geholt, ihn zuerst fernsehen lassen und später getötet.

Leiche am Donnerstag gefunden

Der Mann saß nach Ermittlerangaben bereits 2007 mehrere Wochen in Untersuchungshaft - wegen eines verschwundenen Mädchens in Hannover. Der Tatverdächtige sei derselbe wie damals im Fall Jenisa, sagte Jürgen Lendeckel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover. Wie die Familie von Dano stammte auch Jenisas Familie aus dem Kosovo. Der Verdacht gegen ihn im Fall Jenisa hatte sich nicht erhärtet, der Mann kam frei.

Fast drei Wochen nach dem Verschwinden des kleinen Dano hatte die Polizei am Donnerstag in Herford die Leiche des Kindes gefunden. Der Körper wurde in einem Gebüsch etwa 150 Meter entfernt vom Fluss Werre entdeckt.

Zeugen hätten beobachtet, wie eine Person mit einem Rollkoffer etwas in Richtung des Flusses transportiert habe, sagte Ermittlungsleiter Arno Wittop. Nach diesem Hinweis fanden die Ermittler die Leiche. Die Wohnung des Verdächtigen war gleich nach dem Verschwinden am 14. März durchsucht worden, ein Leichenspürhund hatte aber nicht angeschlagen. (dpa)