Letztes Update am Di, 10.06.2014 07:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gewalt im Tivoli

Beamtin nach Tritt von 14-Jähriger auf dem Weg der Besserung

Das Mädchen habe „wie bei einem Freistoß“ gegen den Kopf der Polizistin getreten, beschreibt Chefinspektor Hubert Thonhauser die schockierende Gewaltszene, die sich am Samstag im Innsbrucker Tivoli zugetragen hat.

Die kommenden Tage laden zum Schwimmen ins Innsbrucker Tivoli Freibad ein.

© TT/Julia HammerleDie kommenden Tage laden zum Schwimmen ins Innsbrucker Tivoli Freibad ein.



Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Schock bei Badegästen im Innsbrucker Freischwimmbad Tivoli und der Exekutive. Samstagnachmittag gegen 16.30 Uhr war die Polizei zum Tivoli gerufen worden, nachdem eine 16-Jährige offenbar versucht hatte, ein Handy zu stehlen und es mit dem rechtmäßigen Besitzer zu einer Rauferei gekommen war. Dabei zog das Mädchen den Burschen laut Zeugenaussagen kräftig an den Haaren.

Dem herbeigeeilten Schwimmbadwachdienst erging es wenig später nicht besser, wie gestern Hubert Thonhauser, Chefinspektor bei der Polizeiinspektion Pradl, gegenüber der TT erläuterte: „Die Wachleute wurden von dem Mädchen gebissen und riefen schließlich die Polizei.“ Derweil ergriff die 16-Jährige aber nicht etwa die Flucht, sondern begab sich auf die westseitige Tribüne, wo sich das Mädchen mit einer befreundeten Gruppe aufhielt.

„Beim Eintreffen der Beamten wurden die Kollegen dann massiv beschimpft und bespuckt. Beim Tivoli-Ausgang musste die 16-Jährige nach weiteren Fußtritten und Faustschlägen letztlich auf den Boden gedrückt werden, um ihr Handschellen anzulegen.“ Ein Kreis von Schaulustigen hatte sich mittlerweile gebildet. Unter ihnen auch eine 14-Jährige, die zur Gruppe der 16-Jährigen gehörte, und zuvor nicht weiter aufgefallen war.

Chefinspektor Thonhauser: „Plötzlich trat das Mädchen aus der Menschengruppe heraus und holte mit dem Fuß direkt wie bei einem Freistoß im Fußball gegen den Kopf der Polizistin aus. Diese brach mit einer Gehirnerschütterung und einem Schädeltrauma zusammen und musste in die Klinik gebracht werden.“

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Dass dies der „erfahrenen Polizistin“ so passieren musste, erklärt sich nach der Polizei-Analyse aus einem „absolut atypischen Verhalten der 14-Jährigen außerhalb jedes Einsatzhorizontes von Beamten“. Auch in der Tribünen-Gruppe – die der Innsbrucker Polizei „bereits wegen verschiedenster Straftaten bekannt“ ist – war ja das Mädchen vorerst überhaupt nicht aufgefallen und hatte sich bis zum Tritt absolut ruhig verhalten. Die Beamte konnte gestern übrigens aus der Klinik in den Krankenstand entlassen werden.

Auch beide Mädchen befinden sich seit gestern wieder auf freiem Fuß, nachdem sie beidseits die Aussagen verweigert hatten. Delikte, wie versuchter Diebstahl, schwere Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt, wurden angezeigt, auch für Jugendliche steht darauf schon Haft. Die Polizei nimmt nun Kontakt zu Jugendbehörden auf, um den „Mädchen vorbeugend helfen zu können“.