Letztes Update am Sa, 23.08.2014 09:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Portugal

Leiche von vermisstem Tiroler identifiziert

Der 25-jährige Skilehrer aus dem Raum Innsbruck ist in Portugal ums Leben gekommen. Das ergab kürzlich eine Zahnschema-Analyse.



Von Thomas Hörmann

Innsbruck, Aljezur – Der seit fünf Monaten in Portugal vermisste Tiroler ist tot. Der 25-jährige Skilehrer aus dem Raum Innsbruck dürfte bereits im März an der Algarve in eine Schlucht gestürzt sein. Allerdings blieb der Tod des Portugal-Urlaubers monatelang unentdeckt.

Erst im Mai stießen Zeugen in einer Schlucht im Süden Portugals auf eine zunächst unbekannte Leiche. Wie die Untersuchung des Toten kürzlich ergab, handelt es sich um den abgängigen Tiroler. Die portugiesischen Behörden forderten den Zahnstatus des Vermissten in dessen Heimat an. Dann verglichen die Gerichtsmediziner das Schema des 25-Jährigen mit den Zähnen der Leiche. Das Ergebnis war eindeutig: Beim Toten handelt es sich um den Skilehrer aus dem Raum Innsbruck. „Die Identifizierung anhand des Zahnschemas ist eine sehr zuverlässige, international anerkannte Methode“, zerstreut Walter Pupp, Chef des Landeskriminalamtes, jeden Zweifel.

Warum der Tiroler in die Schlucht stürzte, ist unklar. Die Behörden gehen allerdings davon aus, dass kein Fremdverschulden vorliegt.

Wie berichtet, ist der 25-Jährige im Februar 2014 in den Süden Portugals gereist. Im kleinen Ferienort Aljezur in der Nähe der Tourismushochburg Lagos mietete sich der Tiroler ein Apartment. Offenbar plante der Sportler einen längeren Aufenthalt im bekannten Surfrevier an der Atlantikküste.

Mitte März brach plötzlich der Kontakt zur Familie in der Heimat ab. Sein letztes Lebenszeichen stammte vom 16. März – an diesem Tag behob der 1,85 Meter große Tiroler mit seiner Bankomatkarte etwas Geld. „Seither gab’s keine Bewegung auf dem Konto“, schilderte im April Christoph Hundertpfund, stv. Leiter des Landeskriminalamtes in Innsbruck.

Die portugiesische Polizei überprüfte auf der Suche nach dem Abgängigen zunächst die Krankenhäuser im Süden des Landes. Ohne Erfolg. Feuerwehr, Nationalgarde und Katastrophenschutz führten mehrere Suchaktionen im Großraum Lagos durch. Schließlich erkundigten sich die Helfer sogar in mehreren Klöstern des Landes, ob der Tiroler dort eingekehrt sei. Vergeblich.

Bei der Durchsuchung des Ferienapartments fanden die Polizeibeamten den Reisepass, den Laptop und das Surfbrett des vermissten Urlaubers. Eine plötzliche Abreise galt damit als äußerst unwahrscheinlich.

Die Schwester und ein guter Freund des Tirolers brachen im Frühling nach Portugal auf, um sich an der Suche zu beteiligen.




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