Letztes Update am Fr, 05.09.2014 18:24

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gewalttätige Jugendliche

Nach Tivoli-Attacke auf Polizistin: Bei Urteil mit Handy gespielt

Nach Konflikten mit der Polizei entgingen mehrere Jugendliche in Innsbruck knapp Haftstrafen.



Innsbruck – Im Frühsommer sorgten Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Innsbrucker Polizei für Aufsehen. Etwa am 8. Juni im Tivoli-Schwimmbad – damals wurde eine Polizistin durch einen Fußtritt gegen den Kopf verletzt. Zehn Tage später lieferten sich drei Jugendliche mit Beamten der Polizeiinspektion Reichenau eine wilde Prügelei.

Die Folgen: Am Freitag mussten sich zwei Mädchen (14 und 17 Jahre) und ein 15-jähriger Bursche am Innsbrucker Landesgericht verantworten. Allerdings nur im kleinen Kreis – Richter Bruno Angerer schloss auf Antrag einer Verteidigerin die Öffentlichkeit aus. Erst zur Urteilsverkündung wurde die Tür des Gerichtssaales wieder geöffnet.

Nach den Aussagen zahlreicher Zeugen kam Richter Angerer zum Schluss, dass es nicht die 17-Jährige war, die der Polizistin durch einen Tritt gegen den Kopf eine Gehirnerschütterung zugefügt hatte. Allerdings soll das Mädchen einen Tivoli-Wachmann gebissen und bei der Festnahme wild um sich getreten haben. Dazu kamen weitere Körperverletzungen.

Die Quittung des Gerichts: drei Monate bedingter Haft, 1200 Euro Geldstrafe und die Teilnahme an einem Anti-Gewalt-Training. Das Urteil schien die 17-Jährige nur am Rande zu interessieren: „Legen S’ das Handy zur Seite“, wurde der Richter kurz ungehalten.

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Der 15-Jährige wurde zu 720 Euro Geldstrafe und vier Monaten bedingter Haft verurteilt. Vor allem wegen „unzähliger Aggressionsdelikte“, begründete Angerer. So soll der Bursche am 18. Juni vor dem Wachzimmer Reichenau auf einen Polizeibeamten gesprungen sein – Wirbelverletzung. Der Richter sprach bei beiden Jugendlichen von einer „letzten Chance. Beim nächsten Vorfall ist eine Haftstrafe unausweichlich.“

Das Verfahren gegen die dritte Angeklagte (14) wurde am Freitag noch nicht abgeschlossen. Das Gericht prüft unter anderem, ob das Mädchen für den Fußtritt gegen den Kopf der Polizistin verantwortlich ist.

Die Urteile gegen die 17-Jährige und den 15-Jährigen sind noch nicht rechtskräftig. (tom)