Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 15.11.2014


Exklusiv

Vater fordert nach Angriff Konsequenzen

Der Vater des Volksschülers, der in Jenbach von Mitschülern mit einem Messer verletzt wurde, will, „dass so etwas nie mehr passiert“.

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Von Marco Witting

Innsbruck – Die Familie ist aufgewühlt. Auch wenn der kleine Sohn die Vorfälle in der Volksschule in Jenbach gut verarbeitet hat – so sagt es der Vater am Telefon. Am 4. November soll der Bub von Mitschülern auf der Toilette mit einem Messer am Rücken verletzt worden sein – die TT berichtete vergangene Woche. Jetzt meldet sich der Vater zu Wort, findet lobende Worte für die Schulleitung und fordert, „dass so etwas nie mehr passieren darf“.

„Die Verletzung am Rücken hat er mit einem Ast im Wald erklärt, erst als mein Sohn von den älteren Mitschülern dann in der Garderobe verprügelt wurde“, ist alles so langsam ans Licht gekommen. Was der Familie sauer aufstößt: „Es kommt nichts raus. Das ist schrecklich“, sagt der Vater. Die vermeintlichen Angreifer sind strafunmündig und daher wurden die Ermittlungen eingestellt. „Man müsste klar mit den Eltern reden und vielleicht auch in der Schule und Aufsicht etwas machen“, sagt der Vater, der die Direktorin aber explizit in Schutz nimmt.

Wie berichtet, haben die beiden türkischstämmigen Mitschüler den Angriff gegenüber der Polizei bestritten. Es sollen aber nicht die ersten Probleme mit den beiden Kindern gewesen sein.

Dass im Internet aus dem Migrationshintergrund eine „Hetze“, wie er es nennt, gemacht werde, stört den Jenbacher. Seinen Sohn nicht mehr in die Schule zu schicken, dran habe man seitens der Familie aber nicht gedacht. „Es braucht nach dem Vorfall, den wir eigentlich selbst nicht anzeigen wollten, wieder so etwas wie Normalität.“

Das Land hat, wie in solchen Fällen üblich, die Kinder- und Jugendhilfe eingeschalten. Die führt Gespräche – mit allen Beteiligten. Danach werde geschaut, welche Maßnahmen ergriffen werden. „Richtig und konsequent reagiert“, so heißt es von Seiten des Landesschulrates in Richtung Schule. Gewalt dürfe an Schulen keinen Platz haben. Man habe mit sämtlichen beteiligten Schülern und Erziehungsberechtigten Gespräche geführt sowie eine therapeutische Betreuung an der Schule ermöglicht. „Zudem hat ein Vertreter der Religionsgemeinschaft, der die beiden verdächtigen und an der Schule unter permanenter Aufsicht gestellten Schüler angehören, seine Unterstützung angeboten“, hieß es in einer Aussendung des Landesschulrates. Die Direktorin darf aufgrund der Amtsverschwiegenheit nichts zur Causa sagen.