Letztes Update am Mi, 19.11.2014 12:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Drogenschmuggel

Illegale Medikamente um 25.000 Euro in Tirol sichergestellt

Bereits vor gut einem Monat gingen der Polizei in Schwaz Drogenschmuggler ins Netz. Drei Männer wurden vorübergehend festgenommen.



Schwaz – Suchtmittelhaltige Medikamente und psychotrope Stoffe im Wert von 25.000 Euro stellte die Polizei vor kurzem auf einem abgelegenen Parkplatz bei Stans sicher. Beamten der Polizeiinspektion Schwaz war ein Lieferwagen mit ungarischem Kennzeichen aufgefallen, der dort abgestellt war. Bei der anschließenden Kontrolle entdeckten sie im Laderaum mehrere Kartons, in denen sich Medikamente befanden. Alle unterliegen dem Suchtmittelgesetz.

Der 21-jährige ungarische Lenker des Lieferwagens wurde umgehend festgenommen. Die Drogen wurden sichergestellt. Im Zuge weiterer Ermittlungen durch das Landeskriminalamt kam heraus, dass ein Landsmann des Festgenommenen die verbotenen Medikamente übernehmen sollte. Der 30-Jährige kam aus Italien und sollte die Suchtmittel in seinem Sattelzug nach Skandinavien bringen.

Verdächtige auf freiem Fuß angezeigt

Es war nicht das erst Mal, dass der 21-Jährige solche Lieferungen arrangierte. Insgesamt konnte die Polizei dem Ungarn laut Aussendung sieben weitere ähnliche Straftaten nachweisen, bei denen Medikamente im selben Umfang nach Schweden geschmuggelt worden waren. In drei Fällen war auch der 58-jährige Vater des jüngeren Verdächtigen in den Transport verwickelt. Er habe sich nach der Festnahme seines Sohnes selbst bei der Polizei gestellt, hieß es von Seiten der Exekutive. Er wurde ebenso wie der 30 Jahre alt Lkw-Lenker festgenommen.

Die drei Verdächtigen wurden einvernommen und mittlerweile im Auftrag der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Männer werden wegen des Verdachts des Verbrechens nach dem Suchtmittelgesetz angezeigt.

Wie die Polizei mitteilte, handelte es sich bei den Medikamenten um „Tramadol“, ein Arzneimittel aus der Gruppe der Opioide, und „Xanax“, ein angstlösendes Psychopharmakum. Beide sind in Österreich im Handel nicht erhältlich. Proben werden derzeit von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) untersucht. Außerdem wurden Proben an die auf den Packungen verzeichneten Herstellern übergeben, um herauszufinden, ob die Arzneien echt sind. (tt.com)