Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 26.11.2014


Polizeieinsatz

Hanf: Hausdurchsuchung bei Innsbrucker Gemeinderat

Für medizinische und wissenschaftliche Zwecke haben die Inn Piraten auf ihrer Homepage Probanden Hanf angeboten. Daraufhin ordnete die Staatsanwaltschaft eine Hausdurchsuchung an. Gemeinderat Ofer wies alle Vorwürfe zurück.

© Polizei Hall(Symbolfoto)



Innsbruck – Hausdurchsuchungen bei dem Innsbrucker Gemeinderat Alexander Ofer und einem weiteren Mitglied der Inn Piraten in den gestrigen Vormittagsstunden. Grund der staatsanwaltlich angeordneten Polizeiaktion:

Über die Homepage der Inn Piraten boten diese sogenannten „thc4all-Studienprobanden“ für drei Euro „Crowdfunding-Einlage“ ein Gramm medizinisches „Weed-Guthaben“ an. Am 22. Dezember sollten dann alle Probanden ihr Hanf überreicht bekommen. Für streng wissenschaftliche Langzeitstudien natürlich. „Mit unserer thc4allCard legal kiffen, für die Wissenschaft!“, heißt es da auf der Piraten-Homepage.

Zu viel für die Innsbrucker Staatsanwaltschaft. Staatsanwalt Hansjörg Mayr auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung: „Die nach Hinweisen angeordnete Hausdurchsuchung erfolgte wegen Verdachtes der Vorbereitung des Suchtgifthandels und wegen Verdachts des Betruges, falls hier etwas ausgelobt wurde, was nicht lieferbar ist.“

Ob und was in den Wohnungen sichergestellt wurde, kann die Staatsanwaltschaft derzeit noch nicht bekannt geben. Ofer versteht die Welt nicht mehr: „Für medizinische und wissenschaftliche Zwecke ist das alles erlaubt.“ Wer die Langzeitstudie wissenschaftlich begleitet, wollte der Gemeinderat nicht sagen. Den Verdacht des Betrugs weist er entschieden zurück. „Jeder Cent, der bisher eingezahlt wurde, liegt noch auf dem Konto.“ Ihm, so Ofer, gehe es um eine Entkriminalisierung. Und einem möglichen Suchtgifthandel widerspricht er entschieden. „Es handelt sich um eine wissenschaftliche Studie, an der die Probanden teilnehmen.“ (fell, pn, tom)