Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 16.01.2015


Innsbruck

Geheimbordell geschlossen

Gebäude in der Brunecker Straße wird jetzt vielleicht ein Flüchtlingsheim.

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© Thomas Boehm / TT



Innsbruck – Das Haus Brunecker Straße 12 war in den vergangenen Monaten Innsbrucks bekanntestes „Geheimbordell“. Damit ist jetzt Schluss – das Gebäude steht seit Dienstag leer, die Mieter sind ausgezogen. Das Haus wird an der Gerüchtebörse als künftige Flüchtlingsunterkunft gehandelt. Die Verhandlungen zwischen Land und Besitzer sollen aber noch im Gang sein.

Seit Sommer 2014 stand das Haus unter fast ständiger Polizeibeobachtung. Der Grund: Unter den Bewohnern befanden sich mehrere Prostituierte, die mitten in der Innenstadt recht unverblümt ihre Dienste anboten, meist am helllichten Tag. Am Abend waren die Frauen dann am Straßenstrich zu finden. Aber auch ohne Straßenwerbung fanden mehrere Stammkunden täglich den Weg in die Brunecker Straße 12.

Bei den wöchentlich stattfindenden Rotlicht-Razzien der Polizei war das Gebäude ein Fixpunkt. Die beiden oberen Stockwerke stehen schon seit zwei Monaten leer. Vor Weihnachten sind weitere Mieter ausgezogen und vielfach in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Die übrigen Bewohner mussten am Dienstag ihre Kleinwohnungen räumen.

Das Gebäude soll etwa 80 Flüchtlingen Platz bieten. Wenn es zu keiner Einigung mit dem Land kommt, könnten dort bald Baufirmen ihre Arbeiter unterbringen. (tom)