Letztes Update am Fr, 24.04.2015 14:40

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Tatverdächtiger in Innsbrucker Mordfall festgenommen

Der Tatverdächtige im Mordfall Helmut H. wurde Donnerstagabend in München festgenommen. Ein Anruf bei einer Bank in Italien wurde dem 44-Jährigen zum Verhängnis.

Ein ATV-Kamera-Team fand die Leiche in Arzl.

© Zoom-TirolEin ATV-Kamera-Team fand die Leiche in Arzl.



Innsbruck – Nach dem Leichenfund in einem Innsbrucker Schrebergarten wurde am frühen Donnerstagabend der Tatverdächtige Agostino K. in München festgenommen. Der 44-jährige Deutsch-Italiener steht im Verdacht, den 59-jährigen Helmut H. getötet zu haben.

Gegen den Mordverdächtigen bestand ein Europäischer Haftbefehl. Er wurde gestern gegen 18.30 Uhr vom Mobilen Einsatzkommando Südbayern (MEK) in der Nähe einer Pension in München-Ramersdorf festgenommen. Das teilte das Landeskriminalamt Tirol am Freitag in einer Aussendung mit. Agostino K. leistete keinen Widerstand.

„Anruf wurde zum Verhängnis“

In der Pension habe er auch gewohnt. Wie lange der Tatverdächtige bereits dort aufhältig war, wisse man nicht, sagte der stellvertretende Leiter des Landeskriminalamts, Christoph Hundertpfund. Der 44-Jährige dürfte zum Zeitpunkt der Festnahme nicht bewaffnet gewesen sein. Das vom Tatverdächtigen benützte und in Bozen veruntreute Fahrzeug wurde ebenfalls in der Nähe der Pension sichergestellt.

„Dem Verdächtigen wurde ein Anruf bei einer Bank in Italien zum Verhängnis“, erklärte Hundertpfund. Diese habe er mit dem Handy einer anderen Person von München aus angerufen. „Er hat sehr konspirativ agiert“, meinte der LKA-Ermittler. Durch das Gespräch seien die Ermittler jedenfalls auf die Spur des Gesuchten gekommen. „Das verdanken wir auch der hervorragenden grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“, zollte Hundertpfund auch den Kollegen von der Squadra mobile in Bozen, der Kriminalinspektion in Kempten im Allgäu sowie dem Polizeipräsidium in München großes Lob.

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Agostino K. habe unmittelbar nach der Festnahme „nichts zur Sache“ sagen wollen. Die Befragung des Tatverdächtigen werde nach seiner Auslieferung nach Österreich aufgenommen. Wann er ausgeliefert werde, könne man derzeit noch nicht sagen. Derzeit befindet sich der 44-Jährige in Gewahrsam der Justiz in München.

Rückblick

Der Fall beschäftigt die Polizei seit 28. März. Der Sohn des Gewaltopfers meldete den Vater damals als vermisst. Agostino K. geriet bald ins Visier der Ermittler. Zunächst noch als Zeuge, dann als Tatverdächtiger. Der zuletzt im Raum Bozen lebende Deutsche mit italienischer Staatsbürgerschaft war der Letzte, der mit dem Abgängigen gesehen wurde - bei einem Fest in dessen Schrebergarten kurz vor dem Verschwinden.

Am 16. April wurde schließlich die Leiche des 59-Jährigen in einem Schrebergarten in Arzl von einem Kamerateam entdeckt. Laut Obduktion wurde Helmut H. durch mehrere Schläge auf den Kopf getötet. Die Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden. Warum die Leiche trotz mehrfacher Suche von Spürhunden nicht entdeckt worden war, bleibt weiterhin ein Rätsel. Bei der ersten Suche Ende März lag jedenfalls noch Schnee. Möglicherweise habe ein Tier in den warmen Tagen vor dem Fund der Leiche einen Teil der Decke ausgegraben, mit der der Tote bedeckt war, heißt es von Seitend es LKA. (TT.com/APA)