Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.12.2015


Landeck

Perjentunnel: Auftragsvergabe von 63 Mio. Euro vor Gericht

Bieter kämpft um Asfinag-Auftrag beim Bau der zweiten Röhre für den Perjentunnel. 350.000 m³ Ausbruch sollen in Region deponiert werden.

In Landeck-West konnten die Bauarbeiten an der Zubringerbrücke zum Perjentunnel II vor wenigen Tagen abgeschlossen werden. Der Tunnelvortrieb soll anschließend an diese Brücke im Frühjahr 2016 beginnen.

© WenzelIn Landeck-West konnten die Bauarbeiten an der Zubringerbrücke zum Perjentunnel II vor wenigen Tagen abgeschlossen werden. Der Tunnelvortrieb soll anschließend an diese Brücke im Frühjahr 2016 beginnen.



Von Helmut Wenzel

Landeck, Pians, Zams – Zehn Jahre nach Fertigstellung des 5,9 Kilometer langen Strenger Tunnels soll ab Frühjahr 2016 die zweite Röhre des Perjentunnels (2,9 Kilometer) gebaut werden. Könnte es Verzögerungen im Zeitplan geben? Die Asfinag hält am Beginn der Vortriebsarbeiten in wenigen Wochen fest, wie Geschäftsführer Klaus Fink am Mittwoch bestätigte. Die Gesamtkosten für den Bau der Parallelröhre und Sanierung der Bestandsröhre liegen bei 147 Mio. Euro.

Ein Großauftrag im Volumen von 63 Mio. Euro ist der Tunnelvortrieb samt Deponierung von bis zu 350.000 Kubikmetern Ausbruchmaterial. „Die Ausschreibung hätte eigentlich im Herbst unter Dach und Fach sein müssen“, wissen Anbieter von Deponieflächen im Bezirk. „Einer der Anbieter hat Einspruch gegen die Auftragsvergabe erhoben“, erläuterte Asfinag-Projektleiter Richard Loidl. Die Akten würden beim Verwaltungsgerichtshof (VwGH) in Wien liegen. Details zum Einspruch waren von der Asfinag nicht zu erfahren.

Einer der möglichen Deponiestandorte ist das Haarland in Pians.
Einer der möglichen Deponiestandorte ist das Haarland in Pians.
- Wenzel

Erstaunliches Interesse gibt es im Bezirk Landeck um das Ausbruchmaterial. Es würde Sinn machen, einen Teil des Materials zur Schüttung eines Radweges in der Region zu verwenden, sind Pianner Kraftwerksgegner überzeugt. Östlich von Zams könnte der Schotter im Zuge der Sanierung einer alten Mülldeponie verwendet werden. „Grundsätzlich ist das alles möglich. Details müssten verhandelt werden, auch der Preis“, stellte Loidl fest.

Laut Fink soll der Aushub möglichst auf regionale Deponien verteilt werden. Eine einzelne Deponie im Bezirk wäre nicht in der Lage, 350.000 Kubikmeter Material aufzunehmen, weiß der Chef einer heimischen Baufirma. Der Kubikmeterpreis hänge jedenfalls von Angebot und Nachfrage ab.

Der Gemeinde Pians liegt laut BM Peter Rauchegger eine Deponie-Anfrage vor – nicht von der Asfinag, sondern von einem Subunternehmen. „Wir könnten einen Standort im Pianner Haarland anbieten“, sagte Rauchegger.

Ein Vorprojekt zum Bau der Tunnelröhre ist seit wenigen Tagen fertig gestellt – die fünf Mio. Euro teure Sannabrücke unweit des Westportals. „Der Zeitplan konnte eingehalten werden. Nächstes Jahr werden die Begrünungen gemacht“, schilderte Loidl.