Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.12.2015


Verkehr

Vor neuem Vomper Gemeindehaus Raser einbremsen

Dem Ortskern in Vomp soll 2016 neues Leben eingehaucht werden. Ein großes Gemeindeamt und eine Verkehrsberuhigung sind geplant.

Das alte Gemeindeamt weicht einem neuen Bau aus einer nachhaltigen Aluminiumfassade.

© ATP sphere/RococoonDas alte Gemeindeamt weicht einem neuen Bau aus einer nachhaltigen Aluminiumfassade.



Von Eva-Maria Fankhauser

Vomp – Das Gemeindeamt im Herzen von Vomp bekommt ein neues Gesicht. „Mit beinahe 15-jähriger Verspätung entsteht 2016 das neue Gemeindehaus“, verrät BM Karl-Josef Schubert im TT-Gespräch.

Gut Ding braucht Weile. Daher musste das Gemeindeamt in den letzten Jahren stets zurückstecken. Zuletzt hatte der Bau des neuen Seniorenheimes Vorrang, wo derzeit auch die Gemeindebüros Platz finden. Dies sei laut Ortschef Schubert aber nur eine Übergangslösung, denn die Pläne sind bereits fertig und vom Gemeinderat einstimmig abgesegnet. Am Donnerstag steht die Bauverhandlung an. Schubert: „Ich habe vorab bereits mit den betroffenen Nachbarn gesprochen und bin guter Dinge.“

Hinter dem Marktgemeindeamt soll eine Bibliothek Platz finden.
Hinter dem Marktgemeindeamt soll eine Bibliothek Platz finden.
- ATP sphere/Rococoon

Geplant ist ein Gebäude am alten Standort des Gemeindeamtes, das sich durch einen zusätzlichen Grundstückserwerb in zwei Teile gliedert. Einerseits wird der derzeitige Bestand abgerissen und auf etwa selber Grundstücksgröße ein neues Marktgemeindezentrum errichtet. Ein angrenzender, leer stehender Stall soll einer öffentlichen Bibliothek weichen. Verbunden werden die beiden Teile durch ein großes Sitzungszimmer. Insgesamt werden rund 3,5 Mio. Euro für den Bau investiert.

Der Gemeinderat hat sich zudem einstimmig für das Bestbieterprinzip entschieden, um regionale Unternehmen zu unterstützen. Laut Schubert zähle zu 80 Prozent der Preis. 20 Prozent setzen sich aus Kriterien wie etwa Regionalität zusammen. Parkplätze sind vor dem Gemeindegebäude nicht geplant, wie Schubert verrät, denn „es wird ein Parkdeck unterhalb der Bibliothek geben. Also quasi eine Tiefgarage mit etwa zehn Stellplätzen.“ Der Bau könnte bereits im März 2016 starten.

Spannend wird es in Hinblick auf die verkehrstechnische Situation vor dem Marktgemeindeamt. Wenn es nach dem Ortschef geht, soll dort eine Begegnungszone entstehen. „Aber das ist ein schwieriges Unterfangen, da es sich um eine Landesstraße handelt. Das wäre dann wohl einzigartig in Tirol“, erklärt Schubert. Ein neuer, breiter Gehsteig auf der gegenüberliegenden Seite, entlang der Raiffeisen-Bank, ist für ihn ein Muss. „Und sollte es mit der Begegnungszone nicht klappen, dann möchte ich hier wenigstens einen 40er realisieren. Vor dem Marktgemeindeamt soll ein fußgängerfreundlicher Bereich entstehen“, betont Schubert.

Aber nicht nur dort sollen künftig nur noch 40 km/h gefahren werden. „Es gibt mehrere Stellen in Vomp, wo gefährliche Situationen durch den Verkehr entstehen“, erläutert der Ortschef. Beispielsweise in der Au im Bereich der Firma Geiger oder des Sportplatzes. Auch drei fixe Blitzer plant der Gemeinderat bereits seit langer Zeit, doch bei der endgültigen Umsetzung hapert es noch. Die Blitzersäulen sollten bei Volksschule, NMS und in der Au montiert werden. Vor allem in der Au haben sich laut Gemeindeführung bereits mehrere Beschwerden über Raser gehäuft.