Letztes Update am Do, 10.12.2015 11:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Österreich

Viele junge Autofahrer suchen bewusst das Risiko

Etwa ein Drittel scheut nicht vor gefährlichen Fahrmanövern zurück. Knapp 30 Prozent der Befragten waren schon in Unfälle verwickelt.

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Wien – Junge Autofahrer sind sich der Gefahren im Straßenverkehr bewusst, handeln aber oft dennoch risikoreich. Das hat eine Umfrage im Auftrag des Allianz Zentrum für Technik (AZT) in der Zielgruppe der 18- bis 24-Jährigen ergeben. 31 Prozent gaben zu, riskante Fahrmanöver zu wagen. 27 Prozent aus der Altersgruppe haben laut Eigenangaben schon aktenkundige Verkehrsvergehen vorzuweisen.

Unfälle sind wohl die logische Folge. 20 Prozent der jungen Autofahrer waren der Umfrage zufolge bereits in einen Verkehrsunfall involviert, weitere acht Prozent in zwei bis drei und ein Prozent sogar in vier bis fünf. Bei neun von zehn Unfällen blieb es beim Sachschaden, zehn Prozent hatten auch Personenschäden zur Folge.

Frauen vorsichtiger als Männer

81 Prozent der Befragten führen zumindest selten oder gelegentlich „nicht wirklich sichere“ Fahrmanöver wie zu forsche Kurvenfahrten durch. Alkohol steht für 83 Prozent auf dem ersten Platz der Unfallrisiken. Dahinter rangieren Ablenkung mit 52 Prozent und überhöhte Geschwindigkeit mit 51 Prozent. Gefahren wie Überholmanöver, fehlende Praxis oder riskantes Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer reihten die jungen Autofahrer nur ins Mittelfeld.

Frauen schätzen sich selbst als vorsichtiger ein: Während nur etwa jede vierte Autofahrerin dieser Altersklasse ihren Fahrstil als sportlich oder offensiv bezeichnet, ist das bei den Männern jeder zweite.

Für die Studie „Jung und urban“ (2014) zu jungen Fahrzeugnutzern in Deutschland, Österreich und der Schweiz betrachtete das Allianz Zentrum für Technik (AZT) amtliche Datenquellen und ließ eine repräsentative Online-Umfrage in Österreich, Deutschland und der Schweiz durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Wien durchführen. 2.200 Personen im Alter von 18 bis 24 Jahren wurden befragt. (APA)