Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 13.12.2015


Österreich

Das Ende der „K. u. k.-Bahnhöfe“

Neue Drehscheibe Wiener Hauptbahnhof.

© APA/Hans PunzNeue Drehscheibe Wiener Hauptbahnhof.



Innsbruck, Wien – Mit dem neuen, europaweiten Fahrplan startet der Hauptbahnhof in Wien heute als neue nationale und internationale Verkehrsdrehscheibe, von der alle Bundesländer und außerdem neun Nationen direkt angefahren werden.

Für ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel ist der 13. Dezember 2015 damit ein „historischer Tag“: Fuhren die Züge aus den einzelnen Landeshauptstädten bisher verschiedene Bahnhöfe in Wien an – eine Regelung, die seit der K. u. k.-Zeit gelte – treffe sich nun alles am Hauptbahnhof. Von Tirol aus hieß das Ziel bisher Wiener Westbahnhof. Für die Strecke Innsbruck – Wien sind die Fahrgäste mit dem Railjet künftig vier Stunden und acht Minuten unterwegs. Neu ist auch die Direktanbindung an den Flughafen Wien-Schwechat, insgesamt vier Stunden und 35 Minuten werden dafür benötigt. „Wir verbinden Bahn mit Bahn“, so Zumtobel.

Ein weiterer Vorteil: Wer von Tirol aus zum Beispiel nach Prag oder Warschau wollte, musste bisher zwischen den einzelnen Bahnhöfen in Wien pendeln. Das sei nun nicht mehr nötig.

Zur Eröffnung bieten die ÖBB von 7. Jänner bis 17. März 50.000 Aktionstickets an, ausgenommen sind der 29./30. Jänner und der 6. Februar. Von Tirol aus kostet ein Ticket 24 Euro. Die Fahrscheine können ab sofort im Vorverkauf mit der neuen ÖBB-App oder der Beta-Webversion tickets.oebb.at sowie an allen ÖBB-Ticket­automaten und Schaltern gebucht werden.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Grünen-Verkehrssprecher Georg Willi hatte am Freitag die Vollinbetriebnahme des Hauptbahnhofs und die damit verbundene Regionalisierung des Westbahnhofs kritisiert. Der Hauptbahnhof sei zu knapp dimensioniert, Willi fürchtet deshalb Engpässe und damit längere Fahrzeiten. „Stimmt nicht“, kontern die ÖBB. „Durch moderne Betriebsführung können wir effizienter arbeiten, brauchen weniger Gleise für mehr Züge.“ Rund 80 Prozent der Fahrgäste würden von der Umstellung profitieren, versichert ÖBB-Sprecher Michael Braun. (ms)