Letztes Update am So, 19.02.2017 10:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Verkehr

ÖBB-Fernverkehrsleiter Bauer: Bahn muss weiter attraktiver werden

Der Komfort der Züge könne laut Bauer noch weiter verbessert werden: In neuen Design-Modellen sollen die Waggons innen mehr einem Wohnzimmer ähnlich werden.

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© ÖBB/HorakSymbolfoto.



Paris – Auf die Bahn komme neue Konkurrenz zu, schilderte der Leiter des Fernverkehrs bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), Kurt Bauer, beim Internationalen Eisenbahn-Gipfel (IRS) in Paris. Die Fahrgäste könnten sich entscheiden, ob sie den Zug, selbstfahrende Autos, Mitfahrservices, Uber, Fernbusse oder andere innovative Verkehrssysteme nutzen wollten. Daher müsse die Bahn noch attraktiver werden.

In urbanen Ballungsräumen sei die Bahn - auch als U-Bahn und Schnellbahn - als Massenverkehrsmittel ungefährdet, während im ländlichen Raum im Fernverkehr mehr Konkurrenz herrsche. Durch die neuen Verkehrsangebote bekämen die Fahrgäste immer mehr Optionen.

Bequemlichkeit beim Reisen

Eines der Argumente für die Bahn sieht der ÖBB-Manager in der höheren Geschwindigkeit, so sei etwa die Weststrecke in Österreich schon sehr gut ausgebaut. Durch die laufenden großen Infrastrukturinvestitionen werde die Südstrecke und die Nord-Süd-Verbindung durch Österreich noch nachziehen. „Der Infrastrukturausbau ist ein Gradmesser für die Wettbewerbsfähigkeit des Zugs“, erläutert Bauer. In Österreich werde viel investiert, Österreich sei daher auch EU-weit beim Bahnfahren am ersten Platz. In anderen insbesondere osteuropäischen Ländern setze der Staat primär auf den Straßenausbau, die Bahn werde vernachlässigt.

Nicht nur schnellere Strecken, sondern auch mehr Bequemlichkeit beim Reisen sei ein Argument, dass Leute lieber in den Zug einsteigen. Der Komfort der Züge könne noch weiter verbessert werden: In neuen Design-Modellen sollen die Waggons innen mehr einem Wohnzimmer ähnlich werden. Besonders der Komfort der Sitze sei für Passagiere ein wichtiges Element.

Während das Innendesign der Waggons an die jeweilige Nutzung angepasst werden könne, sollte das rollende Material nicht zu differenziert sein: Ein Bahnunternehmen sollte eine möglichst einheitliche Zugflotte aufbauen, weil dadurch die Kosten gesenkt werden könnten, betonte Bauer. In Zukunft könnten die Züge auch autonom selbstfahrend unterwegs sein, dazu gebe es international schon jetzt gute Beispiele.

Im Wettbewerb mit anderen Verkehrsträgern sieht Bauer die Schiene benachteiligt - ungerechterweise, da die Bahn einen großen Umweltvorteil biete. So zahle der Bus keine Straßenmaut, während die Bahn für jeden gefahrenen Meter Infrastrukturentgelt bezahlen müsse. Die Luftfahrt wiederum genieße das Privileg, keine Steuern auf Flugbenzin zu zahlen. (APA)




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