Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 01.03.2017


Bezirk Imst

Elektrotaxis finden immer mehr Nachahmer im Bezirk

Stams machte vor zwei Jahren den Anfang, inzwischen fährt auch Tarrenz elektrisch ab. Sorge bereitet aber die Reichweite im Winter.

© PaschingerHeinz Tschavoll (l.) ist einer der freiwilligen Fahrer des so genannten „Staxis“ in Stams. Auch Bürgermeister Franz Gallop setzt sich gelegentlich hinter das Steuer des Elektroautos, wenn Not am Mann ist.Foto: Paschinger



Von Alexander Paschinger

Stams, Tarrenz, Nassereith, Silz – Ein Elektroauto, zwei Dutzend freiwillige Fahrer mit Enthusiasmus und Engagement, und schon kann es losgehen: Die Elektrotaxis im Bezirk Imst machen durchaus Schule. Was in Stams mit dem „Staxi“ begann, hat in Tarrenz einen nicht minder engagierten Nachahmer gefunden. Als Nächstes sollte ein entsprechendes Seniorentaxi auch in Nassereith in Betrieb gehen und in Silz ist der Bürgermeister dabei, den Vertrag für einen Fahrzeugankauf zu unterzeichnen. In Arzl überlegt die Gemeindeführung ebenfalls schon den Einsatz eines Elektroautos für solche Fahrten.

„Das Staxi wird gut angenommen“, bilanziert der Stamser Bürgermeister Franz Gallop. Am Tacho stehen nach zwei Jahren 40.000 Kilometer. „Pro Tag haben wir so an die zehn Fahrten“, erklärt er. Im Monat kommen in etwa 300 Euro an Fahrteinnahmen herein, „das reicht locker für die Erhaltung“, sagt der Bürgermeister. Vor allem, weil ja auch der Fahrzeugkauf zu einem Gutteil von Sponsoren und Förderungen getragen wurde.

Und doch gibt es einen Makel, der die Stamser Gemeindepolitik derzeit beschäftigt: die Reichweite im Winter. „Die liegt bei kalten Temperaturen bei etwa 90 Kilometern“, sagt Gallop. Im Sommer läuft das Fahrzeug hingegen bis zu 170 Kilometer. „Aber im Winter werden unsere Fahrer schon etwas nervös. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen.“ Vielleicht genüge ein zweiter Akku oder eine Schnellladestation? Aber am Antriebssystem will man festhalten: „Wir bleiben beim Elektroauto.“

Die Erfahrung mit der winterlichen Reichweiten-Einbuße bestätigt auch der Bürgermeister von Tarrenz, Rudolf Köll: „Im Jänner ging mit den Temperaturen auch die Reichweite hinunter.“ Ansonsten ist das Seniorentaxi derzeit der große Stolz der Gurgltal-Gemeinde. Besonders hebt Köll Mitarbeiterin Martina Kuen hervor: „Bei ihr laufen die Fäden zusammen. Wir haben 29 Fahrer, die über Handy koordiniert werden.“ Und das Tarrenzer System macht Schule: „Arzl und Silz haben bei uns schon nachgefragt“, so Köll. Und die TU Wien verlieh Tarrenz den zweiten Preis für innovative kommunale Projekte.

Die Nachbargemeinde Nassereith wird „im Mai oder Juni beginnen“, sagt GR Christoph Schultes. So lange brauche die Lieferung des Fahrzeuges. 0,5 bis 1 Euro werde die Fahrt dann kosten, so BM Herbert Kröll.

Kurz vor der Bestellung steht die Inntalgemeinde Silz: „Nächste Woche habe ich den Termin“, so Dorfchef Helmut Dablander. Es wird wie in Tarrenz ein Siebensitzer, der auch für das Haus Elisabeth eingesetzt wird. Lieferzeit: drei Monate.