Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 02.03.2017


Verkehr

Zirl sucht nach Mitteln gegen Verkehrslärm

Unabhängig von der Mehrbelastung durch Baustellen-Lkw am Zirler Berg verhandle man mit dem Land derzeit über Maßnahmen, berichtet BM Öfner.

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© thomas boehm



Zirl – Die Verkehrs- und Lärmbelastung ist in Zirl seit Jahren ein heißes Thema – und derzeit ganz besonderes: Wie berichtet, wird Aushubmaterial von den großen Tunnelbaustellen in Scharnitz und im bayerischen Oberau auf der Deponie Martinsbühel in Zirl gelagert. Die Anlieferung erfolgt per Lkw über den steilen Zirler Berg – eine Mehrbelastung, die „jedenfalls noch bis August 2017 andauern wird“, wie BM Thomas Öfner (Für Zirl) erklärt. Die Situation sei aus Zirler Sicht bedauerlich, die Zuständigkeit für die B 177 – Seefelder Straße liege aber bei der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck.

Da die Fahrten als „Ziel- und Quellverkehr“ gelten, sind sie vom generellen Lkw-Fahrverbot am Zirler Berg ausgenommen. Um die akuten Probleme zu entschärfen, wurde bei einem Gespräch in der BH mit der Frächterfirma vereinbart, dass die Lkw die Baustellen künftig nur noch gestaffelt verlassen sollen, um Kolonnen am Zirler Berg zu vermeiden (die TT berichtete).

Doch unabhängig von der aktuellen Situation mit den Sondertransporten habe er letzte Woche mit dem zuständigen LHStv. Josef Geisler (VP) über die Lärmbelastung an der Zirler Nordumfahrung gesprochen, berichtet Öfner. Mit dabei war Vize-BM Iris Zangerl-Walser (Zukunft Zirl). Das Land habe kürzlich Lärmmessungen an der Umfahrung vorgenommen, führt Öfner aus, die schriftlichen Ergebnisse erwarte man in Kürze. „Derzeit laufen Verhandlungen mit LHStv. Geisler, wie Verbesserungen möglich sein könnten“, sagt Öfner. „Es gibt einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss, dass Zirl eine Einhausung anstrebt, diese Lösung wäre uns am liebsten.“ Klar sei aber auch, dass diese „Unsummen“ an Geld koste – entsprechend zurückhaltend sei hier das Land.

Dass im Gestein, das in Zirl deponiert wird, auch das giftige Metall Thallium enthalten ist, sei richtig, bestätigt Öfner. Doch der Gesamtgehalt sei „verschwindend gering“, dies hätten bislang 22 Beprobungen bestätigt. „Jedes einzelne Gutachten ergab jeweils minimale Vorkommen in absolut unbedenklichem Ausmaß. Wir vertrauen hier auf die umfangreichen Prüfmaßnahmen durch die zuständigen Behörden“, schließt Öfner. (md)