Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.07.2017


Bezirk Schwaz

Stadt Schwaz bremst Verkehr auf Tempo 40 ein

Im gesamten Stadtgebiet soll bis auf drei Bundes- und Landesstraßen künftig Tempo 40 gelten. Das sorgte für Debatten im Gemeinderat.

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© Dähling



Von Angela Dähling

Schwaz – Macht es Sinn und dient es der Verkehrssicherheit und Lärmreduktion, wenn in Schwaz künftig statt 50 km/h nur noch 40 km/h die zulässige Höchstgeschwindigkeit ist? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Schwazer Gemeinderat seit Längerem. Im November 2016 wurde bereits beschlossen, dass ein verkehrstechnischer Gutachter das gesamte Stadtgebiet dazu unter die Lupe nimmt.

Das Ingenieurbüro Ziviltechnik Hagner aus Innsbruck sollte so den Mandataren eine objektive Entscheidungsgrundlage liefern. 113 Straßenabschnitte (acht davon als Einbahn geführt) wurden hinsichtlich Fahrbahn und Gehsteigbreite, Zebrastreifen, Verkehrsbeschränkungen etc. untersucht. Mehr als die Hälfte, nämlich 65, sind weniger als vier Meter breit. Und 87 von den 113 können als Anliegerstraßen bezeichnet werden. Auch Verkehrsmessungen seitens der Stadt aus den vergangenen zwölf Jahren wurden hinzugezogen. Demnach hielten von den 2,6 Mio. gemessenen Fahrzeugen knapp 89.000 das Tempo-50-Limit nicht ein.

Das Ergebnis des Gutachtens ist eindeutig: Eine generelle Temporeduzierung auf 40 km/h (ausgenommen Landesstraßen) ist begründet. Der Verkehrsausschuss mit Obmann Emil Danler (FPÖ) stellte daher den Antrag zur Verordnung einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h im gesamten Stadtgebiet. Ausgenommen sind die B171, die L218 und die L302.

Die ÖVP und die Grünen stellten sich geschlossen hinter diesen Antrag. Die Sicherheit werde erhöht, die Lärmbelastung sinke und zudem dienen die Straßen nicht nur den Autos, sondern auch Fußgängern und Radfahrern, wurde ins Treffen geführt. Drei der vier SPÖ-Mandatare waren anderer Ansicht. Es sei nicht zielführend, alle über einen Kamm zu scheren, meint etwa Viktoria Weber. „Es gibt enge Straßen wie die Burggasse, da wird ohnehin nur Tempo 30 gefahren. Und in der Swarovskistraße, wo wir Tempo 40 bereits verordnet haben, hat sich das Lärmproblem nicht gelöst. Es sind die Raser das Problem, die mit 60, 70 und aufheulenden Motoren durch die Straßen fahren. Nicht die Tempo-50-Fahrer“, meint Weber.

In der FPÖ waren die Meinungen gespalten: Daniel Kirchmair und Eva-Maria Moser waren gegen das generelle Tempo 40, Edi Rieger und Emil Danler dafür. Damit wurde mehrheitlich für die Temporeduktion gestimmt. Sie gilt, sobald in den nächsten Wochen die entsprechenden Verkehrstafeln montiert sind.




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