Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.07.2017


Bezirk Innsbruck-Land

Großer Umbau einer heiklen Kreuzung in Hall

Der Haller Gemeinderat stimmte für die Neugestaltung der Kreuzung B171 /Galgenfeldstraße. Für Kritik sorgt die geplante Auflassung einer Unterführung.

Symbolbild.

© Julia HammerleSymbolbild.



Von Michael Domanig

Hall – Die vielbefahrene Kreuzung zwischen B171, Galgenfeldstraße und Zollstraße am östlichen Stadtrand von Hall beschäftigt die Kommunalpolitik seit Jahrzehnten: In seiner jüngsten Sitzung fasste der Haller Gemeinderat nun mit 16:5 Stimmen den Grundsatzbeschluss für einen umfassenden Kreuzungsumbau, mit dem gleich mehrere Probleme beseitigt werden sollen.

So soll bei der Einmündung der Galgenfeldstraße in die B171 eine eigene Linksabbiegespur Richtung Mils geschaffen werden – diese fehlt bisher. „Daher halten die Linksabbieger derzeit alle, die nach rechts, also Richtung Unterer Stadtplatz, abbiegen wollen, auf, es kommt rasch zu Rückstaus“, erklärt Bürgermeisterin Eva Posch (VP). Nun erhoffe man sich einen besseren Verkehrsfluss.

Zugleich soll die Unterführung, die von der Galgenfeldstraße unter der B171 hindurchführt, aufgelassen und durch einen ampelunterstützten Schutzweg ersetzt werden. „Die Unterführung ist für Gehbehinderte und Mütter mit Kinderwägen nicht geeignet, ein barrierefreier Umbau aufgrund der bestehenden Platzverhältnisse nicht möglich“, führte Bauamtsleiter Peter Angerer in der Sitzung aus. Eine Ampelregelung – in Form einer „Anmeldeampel“ mit Induktionsschleife – ist auch an der Zollstraße geplant. Zudem sollen die beiden im Kreuzungsbereich gelegenen Bushaltestellen weiter nach Osten verlegt werden. „Wir haben von der Verkehrsbehörde schon diverse Mahnschreiben wegen mangelnder Sicherheit bekommen“, so Angerer.

Während Posch von einem „großen Schritt“ zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf der Kreuzung sprach, stieß die geplante Schließung der Unterführung teils auf scharfe Kritik der Opposition: Viele Volksschul- und Kindergartenkinder würden die Unterführung nützen, meinte StR Barbara Schramm-Skoficz (Grüne), „ich als Mutter hätte Angst, meine Kinder da über die Straße zu schicken“. Auch GR Claudia Weiler (Für Hall) wäre für einen barrierefreien Ausbau der Unterführung. Und statt eines neuen Streifens solle das Linksabbiegen von der Galgenfeldstraße aus „generell verboten werden“. Denn: „Je besser Straßen ausgebaut werden, um so mehr Verkehr ziehen sie an.“

StR Hans Tusch (VP), dessen Firma direkt an der Kreuzung liegt, beobachtet hingegen, „dass derzeit viele Leute einfach über die Straße gehen, weil die Unterführung so unbequem ist. Da habe ich lieber einen ampelgeregelten Übergang mit Zebrastreifen.“

Nach dem Grundsatzbeschluss könnten nun seitens des Landes die weiteren Schritte für die bauliche Umsetzung eingeleitet werden, freut sich BM Posch.




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