Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 22.07.2017


Außerfern

Dosierampel bei Reutte könnte wieder Stau bringen



Von Hemut Mittermayr

und Simone Tschol

Reutte, Kempten – Hitzig diskutiert wurden im Außerfern während der ganzen vergangenen Woche die Auswirkungen der Dosierampel, die bei Reutte-Süd an der Umfahrung in Betrieb genommen worden war. Diese soll den Verkehr, der von Norden in das Außerferner Verkehrsnetz einfährt, steuern. Auf neun Sekunden Rot folgte eine drei Sekunden lange Grünphase – und ein kilometerlanger Stau. Am vergangenen Sonntag hatte sich ein Rückstau von insgesamt 23 Kilometern Länge über die B179, den Grenztunnel und auf der deutschen A7 bis nach Seeg im Allgäu gebildet. Deutsche Verkehrssender meldeten bei der Anreise von Norden mindestens zwei Stunden Zeitverlust. In der Gegenrichtung rollte der Verkehr hingegen ohne Auffälligkeiten.

Der Chef des Baubezirks­amtes Reutte, Wolfgang Haas, bestätigt auf TT-Anfrage, dass die Ampel auch heute Samstag und morgen Sonntag sowie das kommende Wochenende eingeschaltet sein wird. Noch sei alles im Testlauf, könne aber schnell in Dauerbetrieb übergehen. Auch die Ausweichverkehre würden gerade akribisch erhoben.

Auch auf deutscher Seite beschäftigt die Dosierampel die Beamten, dort jedoch in erster Linie die Polizeibeamten. „Zu Spitzenzeiten reicht der Stau auf der A7 vom Grenztunnel bis hinaus nach Seeg“, weiß Christian Eckel von der zuständigen Verkehrspolizeiinspektion in Kempten. Das entspricht einer Staustrecke von knapp zehn Kilometern. Ortskundige würden, so Eckel, frühzeitig von der Autobahn abfahren und auf den Landstraßen versuchen weiterzukommen. Diese seien deshalb stark frequentiert. „Andere wiederum sitzen stundenlang im Stau und versuchen, über das Navi einen Ausweg zu finden. Sie fahren dann einfach auf dem Pannenstreifen zur nächsten Ausfahrt oder gar einer Betriebszufahrt der Autobahnmeisterei“, weiß Eckel, der davon strikt abrät: „Wir kontrollieren streng. Wer erwischt wird, zahlt 100 Euro Strafe.“