Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 08.08.2017


Bezirk Landeck

Auf dem Weg zur Lösung für Baustellenverkehr in Grins

Mitte September beginnt die Wildbach mit der Verbauung am Mühlbach. Die Maßnahmen am Lattenbach will sie noch heuer auf Schiene bringen.

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© Reichle



Von Matthias Reichle

Grins, Gurnau – Vergangene Woche gab die Behörde grünes Licht für den Start der Verbauungsmaßnahmen an Mühlbach und Sanna im Grinner Ortsteil Graf – die TT hat berichtet. „Am 21. August finden die Finanzierungsverhandlungen statt“, betont Hubert Agerer von der Wildbach- und Lawinenverbauung Oberes Inntal. Man geht davon aus, dass auch die Bewilligung durch das Ministerium zeitnah erfolgt. „Mitte September soll mit den Wegbauarbeiten und in der Folge mit dem Aushub der Sperre und den Betonierungen begonnen werden“, erklärt er den Zeitplan. Im ersten Halbjahr 2018 soll das Bauwerk – eine neun Meter hohe Sperre und ein Murbecken von 18.000 bis 20.000 Kubikmeter Fassungsvermögen – fertig sein. Rechtzeitig vor der nächsten Hochwassersaison, wie Agerer betont.

Das Projekt ist zweiteilig. Im Bereich des Wildbads im Mittellauf sind weitere Sperren geplant – diese sollen im Anschluss in Angriff genommen werden. Bei den letzten Murgängen ist ein 30 Kubikmeter großer Block vom Bach einen Kilometer mittransportiert worden und oberhalb der Schnellstraße liegen geblieben.

Gute Nachrichten gibt es für die Anrainer der Baustellenstraße im Grinner Weiler Gurnau. Rund 50 von ihnen hatten eine Petition von Gemeinderat Reinhard Carpentari unterschrieben, der sich für eine alternative Lösung beim Lkw-Verkehr einsetzte – die TT berichtete. Die Transporter sollten mitten durch den Ort fahren, um zur Baustelle am Mühlbach zu gelangen.

Er habe nicht auf die Gurnauer vergessen und sich von Anfang an um eine andere Lösung bemüht, die die Anrainer entlastet, sagt gestern auch Bürgermeister Thomas Lutz gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Das war seit Beginn der Wunsch der Gemeinde Grins. Es habe Gespräche mit der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie der Asfina­g gegeben.

Man habe inzwischen eine „Lösung über eine Ausfahrt an der S16 gefunden“, betont Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele. Der Baustellenverkehr kann zwischen den Tunneln auf- und abfahren und kommt über einen Begleitweg am Spielplatz vorbei zur Baustelle. Der Weiler wird dadurch umfahren. Derzeit sei man in der Detailplanung. Weil aktuell auch die Schnellstraßentunnel saniert werden, müssen die beiden Baustellen aufeinander abgestimmt werden. Voraussichtlich kann der Verbindungsweg über die S16 zu bestimmten Zeiten nur in eine Richtung aufrechterhalten werden, so Siegele. Die andere Richtung muss dann durch den Weiler abgewickelt werden.

Lutz’ Wunsch ist, dass so viele Fahrten wie möglich über die neue Zufahrt erfolgen. Er lobte alle Beteiligten. Die Stellen hätten super zusammengearbeitet.

Auch beim Pianner Lattenbach tut sich etwas. Vor wenigen Tagen wurde die kleine Brücke abgetragen, die bei der Mure vor einer Woche für dramatische Bilder sorgte. Das Geschieb­e war über sie hinweggeschwappt. Man sei bei der Planung neuer Sicherungsmaßnahmen auf einem guten Weg, so Agerer. „Wir hoffen, dass wir im Herbst alle Genehmigungen zusammenbringen“ – und sowohl die Behördenverfahren als auch die Finanzierungsverhandlungen abgewickelt werden können.