Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 11.10.2017


Innsbruck-Land

Heikle Thaurer Kreuzung steht vor Umbau

Das Land arbeitet zwei Varianten für die Neugestaltung im Bereich Dörferstraße/Bauerngasse/Lorettoweg aus. Die beiden neuen Einbahnregelungen bleiben.

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© Domanig



Von Michael Domanig

Thaur – Mit Anfang Juli wurde der Verkehr in einigen der meistbefahrenen Thaurer Straßenzüge völlig neu geordnet. Nach dem Ende einer dreimonatigen Testphase, intensiven Diskussionen und einem einstimmigen Beschluss des Gemeinderates steht nun fest: Die neu eingeführten Einbahnen am Lorettoweg – dort kann man nur noch Richtung Süden, also hinunter, fahren – und Auweg (nur noch hinauf) bleiben. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Einbahnen gut funktionieren und sich die Verkehrsflüsse in den relativ schmalen Straßen deutlich verbessert hätten, betont BM Christoph Walser (Einheitsliste).

Noch heuer werde das Land den Kreuzungsbereich zwischen Dörferstraße und Auweg umbauen, ergänzt Walser – Abbiegespuren und Querungshilfen sowie eine Verlegung der Bushaltestellen sind geplant. Auch neue Gehsteige am Au- und Lorettoweg sollen zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen.

Für hitzige Kontroversen hatte, wie berichtet, eine weitere Verkehrsmaßnahme gesorgt: Die Dörferstraße, die zentrale Durchzugsstraße, wurde im Kreuzungsbereich mit Bauerngasse und Lorettoweg abgewertet, also die Vorrangregelung umgedreht. Dies führte, da ungewohnt, anfangs zu brenzligen Situationen, diversen Unfällen – und scharfer Kritik seitens mehrerer Gemeinderatslisten.

Nun hat der Gemeinderat beim Land – das mehrere Lösungen vorgeschlagen hatte – eine Planung für den Umbau dieser Kreuzung beauftragt: Möglich wäre ein Mini-Kreisverkehr mit 18 Metern Durchmesser, der (für Lkw) in der Mitte überfahrbar wäre, oder eine verschobene „Doppel-T-Kreuzung“. Man lasse beide Varianten planen und abklären, welche „konfliktfreier“ ist, erklären Walser und Vize-BM Martin Plank (Bürgermeisterliste Konrad Giner) – wobei Gemeinde und Land den Kreisverkehr favorisieren würden. Laut erster Kostenschätzung würde Thaur dabei ca. 200.000 bis 250.000 Euro mitzuzahlen haben. Die Entscheidung soll noch heuer fallen, der Umbau der brisanten Kreuzung im Februar oder März starten.

Weiter östlich soll auch noch die Einmündung der Dörferstraße in die Solegasse neu gestaltet werden: Derzeit ist die Solegasse als Landesstraße gegenüber der Gemeindestraße abgewertet – dieses Kuriosum wird nun korrigiert.

Ziel der ganzen Übung: Thaur soll für den starken Durchzugsverkehr aus den Nachbargemeinden Rum und Absam unattraktiver werden. „Der Verkehr soll möglichst schon am Ortsrand abgeleitet werden“, erklärt Walser. Zugleich wolle man es den Thaurern ermöglichen, schneller aus dem Dorf herauszukommen, fügt Plank hinzu.