Letztes Update am Do, 12.10.2017 11:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Transitverkehr

Rollende Landstraße am Brenner bis Herbst um 6 Prozent gewachsen

Von Jänner bis September wurden knapp 121.100 Lkw auf Schiene transportiert. Felipe sieht noch großes Verbesserungspotential und kritisiert die günstigen Mauten und steuerprivilegierten Diesel.

© ÖBB121.100 Lkw wurden von Jänner bis September auf Schiene durch Tirol transportiert. Insgesamt fahren 2 Millionen über die Brenner-Achse.



Innsbruck – Die Dreivierteljahresbilanz der Rollenden Landstraße (RoLa) von Jänner bis inklusive September weist auf der Brenner-Achse ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres aus. Insgesamt wurden heuer knapp 121.100 Lkw auf der Schiene transportiert (2016 waren es in diesem Zeitraum 114.300), teilte das Land in einer Aussendung mit.

Auf der Achse zwischen Wörgl und dem Brennersee verkehren täglich 36 Züge, vier zwischen Wörgl und Trento. Die für Verkehr zuständige LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) zeigte sich am Donnerstag über die Zahlen erfreut.

Dennoch braucht es laut Felipe mehr Unterstützung aus den europäischen Hauptstädten für die Verkehrsanliegen des Alpenraums. „Der in Österreich steuerprivilegierte Diesel und die günstigen Mauten sind ein massives Problem, die sich wie ein Lkw-Magnet auf Tirol auswirken“, erklärte Felipe. 25 Prozent der über 2 Millionen Lkw, die jedes Jahr durch Tirol fahren, könnten einen über 60 Kilometer kürzeren und weitere 25 Prozent einen über 120 Kilometer kürzeren Weg fahren, argumentierte sie: „Aber wir locken den Transit mit den günstigen Preisen geradezu in unsere Täler“.

Die Tiroler Landesregierung setze „große Hoffnung“ darauf, dass im Rahmen des Tiroler Vorsitzes der EU-Mobilitätsgruppe für den Alpenraum im Jahr 2018 konzertierte Bemühungen der Alpenregionen in allen sieben Alpenländern erfolgreich sein werden. Mit den Vorschlägen der EU-Kommission für eine europaweite Maut liege bereits eine „gute“ Variante auf dem Tisch. (APA)