Letztes Update am Mi, 08.11.2017 13:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sichtbarkeit

Reflektierende Haube soll Fußgänger bei Dunkelheit schützen

Laut einer ÖAMTC-Umfrage zur Verkehrssicherheit ist nur jedes zweite Kind gut sichtbar gekleidet. Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt warnt vor Unfällen am Arbeitsweg bei Dämmerung.

© ÖAMTC/Mikes(v.l.) Oliver Schmerold (ÖAMTC Direktor), Michael Takacs (Leiter der Landesverkehrsabteilung Wien) mit Kindern der Volksschule Kleistgasse und den reflektierenden Hauben.



Wien – Fußgänger im österreichischen Straßenverkehr werden laut einer Online-Umfrage des ÖAMTC nur zu 17 Prozent von anderen Straßenteilnehmern wahrgenommen. Grund dafür seien fehlende Reflektoren an der Kleidung, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Deshalb wurde als Teil der Verkehrssicherheitskampagne „Sehen und gesehen werden“ eine reflektierende Haube präsentiert.

Zwei Drittel aller Unfälle in dunkler Jahreszeit

Zwei Drittel der tödlichen Fußgängerunfälle ereigneten sich in den vergangenen fünf Jahren laut Statistik Austria zwischen Oktober und März, erklärte ÖAMTC-Direktor Oliver Schmerold. Daher sei vor allem die dunkle Jahreszeit gefährlich für Fußgänger. In der Befragung gaben 1.000 Personen nach ihrer eigenen Erfahrung an, Fußgänger seien im Straßenverkehr die am schlechtesten sichtbare Gruppe. Nur vier Prozent der Fußgänger setzen auf reflektierendes Material, um sich sichtbar zu machen, ergab eine ÖAMTC-Beobachtung in den Landeshauptstädten. Das Problem sei vor allem dunkle Kleidung.

Kinder seien besser mit Reflektoren an der Kleidung ausgestattet als Erwachsene, denn mit zunehmendem Alter ließen diese Vorsichtsmaßnahmen nach. In den Augen der Befragten ist allerdings auch nur jedes zweite Kind in der kalten Jahreszeit gut sichtbar unterwegs. „Als Autofahrerin muss ich immer irrsinnig aufpassen, weil man viele Menschen durch die dunkle Kleidung auf den Straßen nicht sehen kann“, sagte Schauspielerin Katharina Strasser. „Auch die Polizei begrüßt jede Kampagne, in der präventiv die Verkehrssicherheit geschützt wird“, meinte der Leiter der Landesverkehrsabteilung Wien, Michael Takacs. Eine Kollegin der Polizeiinspektion Matrei, Manuela Wilhelmer, nahm sich des Themas an und häkelte eine Haube mit reflektierendem Garn. Die Hauben sollen zur Sichtbarkeit im Straßenverkehr führen und werden an allen ÖAMTC-Stützpunkten verkauft.

Reflexion macht sichtbarer

Viele Verkehrsteilnehmer fahren nicht dem Wetter entsprechend, seien zudem durch technische Geräte abgelenkt und hätten dadurch eine schlechtere Wahrnehmung, was eben zu Verkehrsunfällen führe, sagte Takacs. Wie sich herausstellte, könnten jedoch Personen mit reflektierenden Materialen von Autofahrern bereits aus etwa 130 Metern Entfernung erkannt werden, bei dunkel gekleideten Personen sei das erst aus etwa 25 Metern möglich. Ob der Appell des Schauspielers Gregor Seberg an die Polizei, auch bald helle Kleidung zur Sicherheit zu tragen, Früchte trägt, blieb erst einmal unkommentiert.

90 Prozent aller Informationen im Straßenverkehr werden über das Auge aufgenommen – sehen und gesehen werden ist daher besonders wichtig, teilte auch die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) in einer Aussendung mit. 11.626 Wegunfälle von Berufstätigen wurden im Vorjahr verzeichnet, das sind rund elf Prozent aller Arbeitsunfälle. „Wege von und zur Arbeit werden im Herbst und Winter hauptsächlich in der Dämmerung und im Dunkeln zurückgelegt – zusätzlich behindern häufig Regen, Nebel und Schnee die Sicht“, erläuterte Verkehrsexperte Peter Schwaighofer. Die AUVA riet daher ebenfalls zu heller, kontrastreicher Kleidung und Reflexionsmaterialien. (APA)