Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 17.11.2017


Bezirk Imst

Roppen kämpft gegen steigenden Motorradlärm

In Roppen werden Motorradfahrer immer mehr zum Problem für die Anrainer. Nun sucht man nach einer Lösung für die Lärmbelästigung.



Von Matthias Reichle

Roppen, Arzl – Knatternde Motoren, den Fahrtwind im Gesicht und eine kurvenreiche Straße unter den Rädern – der Traum vieler Motorradfahrer wird zusehends auch abseits bekannter Motorradhotspots zum Problem der Straßenanrainer.

Eine Route, die immer mehr im Kommen zu sein scheint, führt über den Piller nach Wenns, weiter nach Jerzens, Leins, Wald, das Waldele hinunter nach Roppen und durch das Sautner Forchet nach Sautens. Für nicht Ortskundige sind diese Wege kaum zu finden. Und trotzdem: „Es werden immer mehr“, bestätigt der Roppener Bürgermeister Ingo Mayr – „im Sommer war es besonders spürbar.“ Das hat auch zur Beunruhigung in der Bevölkerung geführt. Mayr vermutet dabei Tipps für Motorradtouren, die die Strecke besonders bewerben. Auf der steilen Straße durch den Ort geben die Motoren lärmtechnisch Vollgas. Von einer „extremen Situation“ spricht auch Gemeindevorstand Joachim Baumann, der das Problem in einer der letzten Gemeinderatssitzung angesprochen hatte. „Für die Anrainer ist das untragbar. Wofür gibt es denn die Bundesstraße?“

Die Anrainer der Strecke stöhnen unter dem Lärm.
Die Anrainer der Strecke stöhnen unter dem Lärm.
- Reichle

Dass die Motorradfahrer die kurvenreichen Wege wählen statt der breiten, flachen, liegt freilich an „der schönen Route“, wie Mayr vermutet. Dabei dürften die Motorradfahrer blind ihrem Navi folgen, wie auch der Arzler Bürgermeister Jose­f Knab­l festgestellt hat: „Die haben meist keine Ahnung, wo sie überhaupt sind“, bestätigt er. Wenn es Straßensperren gibt, können sie nicht sagen, in welchen Ort sie als Nächstes wollen, sie spulen eine vorgegebene Route ab. „Das Problem ist die Lautstärke. Bei den Motorradfahrern ist in, was möglichst laut geht.“ Darüber hinaus komme immer ein ganzer „Haufen“ auf einmal daher.

Hier könnte man auch ansetzen, schlägt der Geschäftsführer des Naturpark Kaunergrat, Ernst Partl, vor. „Am Wochenende und an Feiertagen fahren ganze Kolonnen über den Piller“, betont er und schlägt vor, den Schallpegel zu messen. „Nicht jedes Motorrad entspricht hier den Richtlinien.“ Für den Naturpark sei das auf Dauer keine gute Entwicklung, so Partl. Die „Motorradgangs“ seien eine Nutzergruppe, die negativ heraussticht.

Die Möglichkeiten, das Problem zu lösen, seien jedoch, wie man am Hahntennjoch sehe, begrenzt, so Mayr. Er hat demnächst einen Termin bei der Behörde, um über die Entwicklung in Roppen zu diskutieren. „Es ist ein öffentlicher Weg“ – ein mögliches Motorradverbot auf Gemeindewegen würde darüber hinaus auch motorradfahrende Anrainer treffen. Für das kommende Jahr plant man nun eine Verkehrszählung an der betroffenen Strecke.