Letztes Update am Sa, 23.12.2017 07:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Patscherkofelbahn pünktlich auf die Minute in Betrieb

Es war eine Zitterpartie – dennoch nahm die neue Patscherkofelbahn gestern wie geplant Fahrt auf.

© TT/ MitterwachauerPanorama-Blick auf Innsbruck von der neuen Bergstation der Patscherkofelbahn auf 1965 Metern.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Zwischen Beginn der Eröffnungs-Pressekonferenz und der finalen Freigabe der Anlage mit dem Vorliegen der letzten noch ausständigen, aber notwendigen Gutachten, lagen gestern Vormittag nur Minuten. Doch diese reichten letztlich, damit Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer offiziell eine gültige Betriebsbewilligung für die neue Patscherkofel-Einseil­umlaufbahn samt Tal-, Mittel- und Bergstation verkünden konnte.

Aufmarschiert waren sie gestern in der neuen Bahn­gastronomie „Das Hausberg“ an der Römerstraße alle: Vertreter der Viererkoalition aus FI, Grünen, ÖVP und SPÖ, die beiden Bahnengeschäftsführer Martin Baltes und Thomas Scheiber, die siegreichen Architekten, die Seilbahnbauer und natürlich – eine Vielzahl an Arbeitern, die nicht nur gestern, sondern auch noch bis weit ins Frühjahr hinein mit der Fertigstellung einzelner Anlagenteile beschäftigt waren und sein werden.

Noch bis wenige Minuten vor der Inbetriebnahme wurde noch geschraubt und gebohrt.
- TT/ Mitterwachauer

In den Festreden schwangen viele Höhen und Tiefen mit, die das umstrittene Projekt in den vergangenen Jahren durchleben musste. Gestern waren sich aber alle Anwesenden einig: Das Werk sei gelungen. Noch deutlicher war aber ein Wunsch: nämlich der, dass die neue Bahn jetzt die Bevölkerung nicht nur wegen ihrer hervorstechenden Architektur, der Technik oder der Gastronomie überzeugt, sondern einfach dadurch, dass sie den Hausberg in eine Zukunft führen wird – Sommer wie Winter. So, wie es einst die Pendelbahn schaffte.

Lange wehrte sich der Alpenverein gegen den Standort der Bergstation vor dem Schutzhaus (hinten).
- TT/ Mitterwachauer

Apropos Pendelbahn: Diese wird erst im kommenden Jahr demontiert, die alte Bergstation abgetragen werden. Das Ansuchen sei bereits beim Denkmalamt eingereicht.

Nach Segnung, Volksfest und Besichtigungsfahrten gestern soll heute der Skibetrieb anlaufen. Ob dieser nicht nur bis zur Mittel-, sondern auch bis zur Talstation möglich ist, war aus gestriger Sicht noch mit einem Fragezeichen versehen. Zumindest ein kleines befahrbares Schneeband sollte sich heute doch zur Talstation schlängeln.

Arno Grünbacher, Markus Gaisbauer, Andreas Wanker, Franz X. Gruber, Thomas Pichler, Markus Innauer, Christine Oppitz-Plörer, Sven Matt, Martin Baltes, Gerhard Fritz, Christoph Kaufman, Thomas Scheiber und Sonja Pitscheider bei der Eröffnung.
- IKM/Lercher

Achtung: Die Parkplätze werden jetzt bewirtschaftet (sechs Euro Tagesgebühr). Freizeitticketbesitzer erhalten an der Kassa eine Dauerparkkarte, für Einzelkarten gibt es den Parktarif refundiert.

Ein Blick zurück

Die erste Seilbahn am Patscherkofel nahm vor knapp 90 Jahren – am 14. April 1928 – ihren Betrieb auf. Die damalige Anlage wurde einerseits als „erste Bergbahn in der Umgebung von Innsbruck“ und zu diesem Zeitpunkt außerdem als „längste Drahtseilbahn Österreichs“ gefeiert. „Bereits damals konnte am Innsbrucker Hausberg eine Bahn eröffnet werden, die als Pionier bezeichnet wurde. Neun Jahrzehnte später präsentiert sich die neue Bahn ebenfalls hochmodern und übernimmt besonders in Hinblick auf die Barrierefreiheit eine Vorreiter-Rolle“, erklärte Oppitz-Plörer.

Die neue Patscherkofelbahn bringt ihre Passagiere in zehn Minuten von der Talstation auf Innsbrucks Hausberg.
- patscherkofelbahn