Letztes Update am So, 21.01.2018 18:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Verkehr

Lawinengefahr führt zu zahlreichen Straßensperren in Tirol

In Tirol und Vorarlberg sind viele Straßen gesperrt. St. Anton am Arlberg war zwischenzeitlich komplett abgeschnitten. Auch die Bahn kämpft mit den Schneemassen und kann den Betrieb nur über Schienenersatzverkehr aufrecht halten.

© ZOOM.TIROLMehrere Straßen - wie hier in St. Leonhard im Pitztal - bleiben auch am Montag aufgrund der Lawinengefahr gesperrt.



Innsbruck, Bregenz — Neuschnee und damit verbundene Lawinengefahr haben in Tirol und Vorarlberg am Sonntag zu zahlreichen Straßensperren geführt. St. Anton am Arlberg war zwischenzeitlich nicht erreichbar, das nicht nur die Arlbergpassstraße (B 197) gesperrt werden musste, sondern auch die ÖBB den Zugsverkehr zwischen Landeck und Bludenz einstellte.

TT-Leserin Astrid Schösser-Pichler berichtet, in Leutasch kommen die Einwohner gar nicht mehr mit dem Schneeschaufeln hinterher.
- TT-Leser/ Schösser-Pichler

Nach Angaben des ÖAMTC wurden in Westösterreich rund 30 Straßenzüge gesperrt. Neben dem Arlberg betraf dies unter anderem die Ötztalstraße (B 186) zwischen Längenfeld und Sölden, den Reschen (B 180) zwischen Reschenpass und Katejansbrücke, die Engadiner Straße (B 184), zwischen Katejansbrücke und Staatsgrenze Schalkl, die Seefelder Straße (B 177) zur Staatsgrenze Scharnitz, den Gerlospass (B 165), die Hochkönigstraße (B 164) über den Filzensattel und den Dientner Sattel.

„Bei Fahrten in Westösterreich ist es ratsam, unbedingt Winterketten mitzuführen", so der ÖAMTC. Für die Fahrt zwischen Vorarlberg und Tirol haben die ÖBB einen Schienenersatzverkehr zwischen Bludenz und Landeck eingerichtet. Dabei sollten Reisende mindestens eine halbe Stunde mehr Fahrtzeit einrechnen.

ÖBB stellen Ersatzunterkünfte bereit

Die ÖBB kündigten zudem an, Ersatzunterkünfte bereitzustellen. Bahnreisende mit dem ursprünglichen Ziel St. Anton sollen sich an den Bahnhöfen Landeck-Zams bzw. Bludenz melden.

Die Lawinensituation am Arlberg wird von einer eigenen ÖBB-Lawinenkommission regelmäßig neu beurteilt. Es sei damit zu rechnen, dass die Streckensperre auf jeden Fall bis Montag aufrecht bleibt. Nachtzüge, die auf Montag in die Schweiz fahren, werden ohne Autobeförderung geführt.

Auch auf der Brennerbahn kam es zu Einschränkungen. Sie ist nach einer Oberleitungsstörung in einem Abschnitt zwischen Innsbruck und Matrei bis voraussichtlich morgen Montagvormittag nur eingleisig befahrbar. Hier komme es nur zu geringen Verzögerungen, so die ÖBB.

Lawinenwarnstufe 4 im Westen Tirols

In weiten Teilen des Landes herrscht Warnstufe 4 der fünfteiligen Skala. Oberhalb von 1800 Metern ist die Gefahr besonders groß, so der Lawinenwarndienst Tirol, speziell in den Ötztaler und Stubaier Alpen sowie im Bereich Silvretta - Samnaun. Auch in den restlichen Teilen Tirols herrscht Lawinenwarnstufe 3, entspannter ist die Situation nur im niederschlagsarmen südlichen Osttirol. (TT.com, APA)