Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 14.05.2018


Bezirk Kufstein

Ohne ausreichend Licht gibt es keinen Zebrastreifen

Wanderer zur Möslalm müssen in Wörgl die Landesstraße ungesichert überqueren. Der Schutzweg wurde auf Anordnung der Behörde entfernt.

© HrdinaDer Schutzweg in der Wildschönauerstraße wurde aufgrund einer fehlenden Beleuchtung entfernt.Foto: Hrdina



Von Jasmine Hrdina

Wörgl – So manchen Fußgänger sah man in den vergangenen Wochen in Wörgl verdutzt an der Kante eines Gehsteigs stehen: War hier nicht ein Schutzweg? So geschehen im Bereich des Bahnhofs auf Höhe der Tiroler Gebietskrankenkasse. Hier muss man den Weg auf sich nehmen, um 50 Meter weiter entfernt einen Fußgängerübergang zu finden.

Anders sieht dies jedoch bei der Wildschönauer Straße (L 3) aus. Auch hier ist ein Schutzweg verschwunden. Dies wundert viele Wanderer, war er doch der einzige Zebrastreifen im Nahbereich des Weges zum Wörgler Hausberg – der Möslalm.

„Der Schutzweg war illegal“, begründet Gerhard Kurz, Leiter der Abteilung Allgemeine Verkehrsangelegenheiten bei der Bezirkshauptmannschaft (BH) Kufstein, die Entfernung ebendieses. Ein Schutzweg müsse garantieren, dass Fußgänger früh genug Sichtkontakt herstellen können, eine abgesenkte Gehsteigkante aufweisen und über eine Beleuchtung nach Ö-Norm verfügen. Und genau an Letzterem scheiterte es in diesem Falle, wie Kurz der Tiroler Tageszeitung schildert. „Wir wollen die Leute nicht vor den Kopf stoßen, aber es macht keinen Sinn, eine Bodenmarkierung aufzumalen, und den Leuten Sicherheit vorzugaukeln, wenn es nicht sicher ist“, erklärt Kurz.

Auf das Problem aufmerksam geworden sei man im Zuge von angrenzenden Bauarbeiten, dort wurden Gasleitungen verlegt.

Die Stadt reagierte dann auch in der Poststraße. Auch hier lag keine Genehmigung der Bezirkshauptmannschaft vor, zudem sei er von Beginn an als temporär für die Bauphase des Berger Logistik-Zentrums gedacht gewesen, so Bürgermeisterin Hedi Wechner. „Außerdem birgt er ein gewisses Gefahrenpotenzial, da er knapp an den ‚Postbichl‘ anschließt, zudem die Busse, die aus den Haltestellen fahren, auch nicht unbedingt zur Sicherheit der Fußgänger beitragen“, verkündet die Stadtchefin in einer Stellungnahme.

Der nicht genehmigte Schutzweg in der Wild­schönauerstraße sei „kein Einzelfall“, relativiert Kurz. „Die Verkehrstechnik entwickelt sich weiter und somit ändern sich auch Richtlinien. Man muss den Mut haben, alte Sachen zu überprüfen.“ Und dann sollte man mit ordnungsgemäßen Lösungen aufwarten. Diese lasse aber noch auf sich warten: „Ein Antrag der Gemeinde Wörgl liegt derzeit nicht vor“, heißt es aus der BH. Von Seiten der Stadt versichert man aber: „Die Beleuchtung soll noch dieses Jahr aufgestellt werden. Danach wird es dort auch wie- der einen Schutzweg geben.“

Dass es bis dahin lieber gar keinen Übergang als einen unbeleuchteten gibt, verteidigt Gerhard Kurz. Der Fußgänger müsse hier Verantwortung übernehmen. „Wenn er dann die Straße überquert, wird er aufmerksamer hinschauen.“




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