Letztes Update am Do, 17.05.2018 18:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Tiroler Passstraßen bald offen: Die Fräsen laufen auf Hochtouren

Am Freitag wird der Stallersattel in Osttirol und die Hahntennjochstraße für den Verkehr freigegeben. Eine Spezialfräse wurde vom Arlberg geholt, um die Verbindung ins Lechtal freizubekommen. Am Timmelsjoch heißt es noch warten.

© LorenziWährend das Hahntennjoch zwischen Imst und dem Lechtal sowie der Stallersattel bereits am Freitag öffnen, heißt es am Timmelsjoch (Bild) noch warten.



Imst, Obergurgl - Es ist dem doch wärmsten April der 200-jährigen Aufzeichnungen zu verdanken, dass die exponierten Tiroler Passstraßen in den nächsten Tagen aufgehen werden: Am Freitag können das Hahntennjoch zwischen Imst und dem Lechtal sowie der Stallersattel in Osttirol freigegeben werden, ein wenig warten heißt es noch am Timmelsjoch.

Dort haben sich die Schneemassen bis zu zwölf Meter hoch getürmt-und auf Südtiroler Seite behinderte bis zuletzt Lawinengefahr die Arbeiten. „Wir hoffen aber doch, dass wir das Wochenende nach Pfingsten öffnen können“, sagt der Vorstand der Timmelsjoch-Hochalpenstraße, Manfred Tschopfer. Auf Ötztaler Seite wäre man aber schon bereit.

Am Timmelsjoch wäre man auf Ötztaler Seite schon fertig.
- Lorenzi

Außergewöhnlichen Schneemengen

Auch am Hahntennjoch waren die Räummannschaften heuer mit außergewöhnlichen Schneemengen konfrontiert. „Nur gut, dass der April so schön war“,sagt der zuständige Straßenmeister Hartmut Neurauter. Seit gut vier Wochen ist eine Spezialfirma mit 15 Mann sowie die eigene zwölfköpfige Truppe von der Straßenmeisterei Zams bei der Arbeit. „Wir haben auch die Monoblock-Fräse im Einsatz“,erläutert Neurauter. Die wurde eigens vom Arlberg nach Imst geholt.

Doch gerade an der Hahntennjochstraße sind es nicht allein die Massen an Schnee: Lawinen haben die gesamte Infrastruktur arg in Mitleidenschaft gezogen. Leitplanken wurden nicht nur weg-, sondern die Pflöcke sogar teilweise aus dem Asphalt aus- und in Richtung Talboden gerissen. „Glücklicherweise waren in den Lawinen wenig Steine“, erklärt Neurauter zum relativ problemlosen Fräsen. Mittlerweile seien die fehlenden Straßenbegrenzungen durch Stahlleitschienen ersetzt worden. Auch mit dem Spülwagen wurde schon gefahren.

Lob für Straßenmeistereien

„Wir machen frühestens am Freitag zu Mittag auf, spätestens aber am Freitagabend“, erläutert der Straßenmeister. Neurauter weiß um die Bedeutung der Hahntennjochstraße - gerade für die Bewohner im mittleren und oberen Lechtal. Großes Lob an die Straßenmeistereien Imst, Reutte und Lienz gibt es dafür auch vom zuständigen LHStv. Josef Geisler. (TT, TT.com)

Die Spezialfräse vom Arlberg grub sich in den vergangenen Wochen über das Hahntennjoch.
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