Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.06.2018


Bezirk Kufstein

„Die Unterinntalbahn muss unter die Erde“

In Angath gab es Zustimmung zur Unterinntalbahn – aber nur für die unterirdische Variante. In Langkampfen formiert sich massiver Widerstand gegen die Pläne.

© OtterDie Mitarbeiter der ÖBB beantworteten am Montag in Angath Fragen und nahmen auch Verbesserungswünsche entgegen.Foto: Otter



Von Wolfgang Otter

Angath – Die ÖBB hatten eine Art Überraschungs-Ei dabei, als sie in Angath ihre Pläne für den Weiterbau der Unterinntaltrasse zwischen Radfeld und Langkampfen vorstellten (die TT berichtete). Bislang war immer von einer offenen Trassenführung im Bereich der Gemeinde die Rede. Jetzt legten die Planer einen neuen Entwurf vor, nach dem der Angerberger Tunnel um zwei Kilometer länger würde und damit Angath die Bahntrasse weder hören noch sehen würde. Sollte Variante zwei, also die offene Trasse, kommen, fürchtet man im Dorf mehr Lärm, außerdem müsste die Autobahn näher an den Ort verlegt werden. Dieser Umstand ist auch der Joker für die Angather. So konnten sich am Montagabend bei der Planpräsentation die ÖBB über viel zustimmendes Kopfnicken freuen – zumindest für die Tunnellösung.

Anders sieht die Welt für die Angather Familie Otyan aus. „Für uns ist die Planung eine Katastrophe“, wie Hacatur Otyan der TT erzählt. „Die bauen im Prinzip direkt vor meinem Haus, der Tunnel wird ja offen gebaut, und das über Jahre hinweg. Ich werde versuchen, das zu verhindern“, meint er.

Ein anderer Angather nickt zustimmend beim Betrachten der Pläne, „die gefallen mir, ich bin auch nicht belastet. Aber die Frage ist, wie bringen wir die Frächter und Spediteure dazu, die Bahn auch zu benutzen?“

Bürgermeister Josef Haaser zeigt sich seit Jahren erstmals zuversichtlich, dass der Kelch der offenen Bahntrasse an seiner Gemeinde vorübergeht. „Im Herbst wird es sich entscheiden“, weiß er.

Während man also in Angath auf Variante eins hofft, blickt man in Langkampfen etwas neidisch auf die Nachbarn. Hier würde die neue mit der alten Bahnstrecke verknüpft. Ein rund 500 Meter langer Trassenabschnitt würde dazu offen geführt. Bereits Bürgermeister Andreas Ehrenstrasser hatte diese Planung kritisiert. Auch die vor zehn Jahren gegründete Bürgerinitiative „Kampf dem Lärm“ macht sich auf, „um die Politik wachzurütteln“, wie Günter Dunkl zur TT sagt. Die aktuelle Planung in Langkampfen „bringt eine Verschlechterung für uns. Wir müssten mit mehr Lärmbelastung leben“, kritisiert er. „Die ursprüngliche Projektierung war noch verträglich, was wir jetzt am Tisch haben, ist aber unverträglich.“