Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 27.06.2018


Bezirk Reutte

Lärm am Hahntennjoch: Vergebliches Warten auf Antwort der Behörde



„Schauen wir, ob wir nicht einmal unser Versammlungsrecht in Anspruch nehmen und uns auf der Auffahrt zum Hahntennjoch treffen müssen. Weil pflanzen lassen wir uns nicht", sagt Reinhard Ober­lohr. Die Vorbereitung zu einer „Versammlung" schreite voran. Der Obmann der Interessengemeinschaft „Xund's Lechtl" ist es nämlich leid, seit Monaten auf eine Antwort der Behörden auf seine Eingaben in Sachen „Lärmterror" warten zu müssen.

Anfang April hatten der Häselgehrer und Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser an die Bezirkshauptleute in Reutte und Imst und sowie vier leitende Beamte im Landhaus Unterlagen übermittelt, um auf die — ihrer Meinung nach — rechtswidrig hohe Lärmbelastung insbesondere an Wochenenden hinzuweisen, und die Behörden zu sofortigem Handeln aufgefordert. Zusätzlich wurde auch auf das Ruhegebiet Muttekopf in Imst und Pfafflar verwiesen.

Das Schreiben hat wenig Widerhall gefunden, niemand hat bisher geantwortet. „Die Nichtbeantwortung durch die Behörden halten wir für eine sehr bedenkliche Art und Weise im Umgang mit berechtigten Anliegen einer breiten Zivilbevölkerung", äußern die Obleute der Bürgerinitiativen ihren Unmut öffentlich. Auch zur mit über 200 Interessierten sehr gut besuchten Podiumsdiskussion in Stanzach zum Thema Verkehrslärm im Allgemeinen und Motorradlärm im Besonderen war kein offizieller Vertreter der BH Reutte erschienen. Einzig Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf habe schon im April erklärt, dass sich die Problematik am Hahntennjoch über zwei Bezirke erstrecke, sie deshalb nicht mehr zuständig sei und alles ans Landhaus weiterleite.

Die angesprochene Bezirkshauptfrau widerspricht, dass niemand zurückschreiben wolle. Ihre Antwort an Oberlohr habe sich nur urlaubsbedingt verzögert, und gerade in der Sache werde auf zwei Schienen gearbeitet. Einerseits sei am Hahntennjoch unter dem verkehrsrechtlichen Aspekt ein Gutachten zu möglichen Geschwindigkeitsbeschränkungen in Auftrag gegeben, andererseits sei „naturschutzrechtlich" zum Ruhegebiet Muttekopf im Juli ein Treffen beim Land anberaumt. (hm)